• Skip to main content
  • Skip to secondary menu
  • Zur Hauptsidebar springen

Lebensmittel- & Biotechnologie

Das Fachportal für Lebensmittelindustrie und Biotechnologie

  • Abonnement
  • Impressum
  • Welkin Media Verlag
  • Messekalender
Startseite » Nano-Gewebe filtert gefährliche Farbstoffe aus Wasser

Nano-Gewebe filtert gefährliche Farbstoffe aus Wasser

2. Mai 2024 von Birgit Fischer

Eine an der TU Wien entwickelte Nano-Struktur kann eine weitverbreitete Klasse gesundheitsschädlicher Farbstoffe aus dem Wasser filtern. Die Farbstoffe bleiben im Nanogewebe gespeichert. Dieses kann anschließend entsorgt oder aber auch regeneriert und somit wiederverwendet werden.

Günther Rupprechter und Qaisar Maqbool vor einer Visualisierung der Nano-Gewebe | Foto: TU Wien
Günther Rupprechter und Qaisar Maqbool vor einer Visualisierung der Nano-Gewebe | Foto: TU Wien

Abfall zu verwenden, um Wasser zu reinigen – das klingt vielleicht widersinnig. Doch an der TU Wien ist nun genau das gelungen. Eine entscheidende Komponente dabei ist ein Material, das eigentlich selbst als Abfall gilt. Nämlich gebrauchte Zellulose, etwa in Form von Reinigungstüchern oder Pappbechern. Mit der Zellulose wird ein feines Nano-Gewebe beschichtet, um verschmutztes Wasser möglichst effektiv zu filtern.

Farbiges Gift im Wasser

Organische Farbstoffe stellen die größte Gruppe synthetischer Farbstoffe dar, darunter auch die sogenannten Azo-Verbindungen. Besonders in der Textilindustrie werden sie häufig eingesetzt. Auch in Ländern, in denen wenig Augenmerk auf Umweltschutz gerichtet wird und die Farbstoffe oft ungefiltert ins Abwasser gelangen. „Das ist gefährlich, denn solche Farbstoffe werden nur sehr langsam abgebaut, sie können lange Zeit im Wasser bleiben und bergen große Gefahren für Mensch und Natur“, sagt Prof. Günther Rupprechter vom Institut für Materialchemie der TU Wien.

Es gibt verschiedene Materialien, die solche Farbstoffe binden können. Doch das alleine genügt noch nicht. „Wenn man das verschmutzte Wasser einfach nur über eine Filterfolie fließen lässt, die Farbstoffe binden kann, ist der Reinigungseffekt gering“, erklärt Günther Rupprechter. „Viel besser ist es, ein Nanogewebe aus vielen winzigen Fasern herzustellen, durch die das Wasser hindurchsickert.“ Das Wasser kommt dann mit einer viel größeren Oberfläche in Kontakt. Somit können auch viel mehr organische Farbstoff-Moleküle gebunden werden.

Zelluloseabfall als Nano-Filter

„Wir arbeiten mit semi-kristalliner Nano-Zellulose, die man aus Abfallmaterial herstellen kann“, sagt Qaisar Maqbool, Erstautor der Studie und Postdoc in Rupprechters Forschungsgruppe. „Oft setzt man für ähnliche Zwecke metallhaltige Substanzen ein. Unser Material ist für die Umwelt hingegen völlig harmlos, und wir können es noch dazu durch Upcycling von Altpapier herstellen.“

Aus Abfällen wird ein Nanogewebe, das dann Farbstoffe filtert. | Bild: TU Wien
Aus Abfällen wird ein Nanogewebe, das dann Farbstoffe filtert. | Bild: TU Wien

Diese Nano-Zellulose wird gemeinsam mit dem Kunststoff Polyacrylnitril zu Nanostrukturen „versponnen“. Dafür ist allerdings einiges an technischem Geschick nötig. Erfolgreich war das Team der TU Wien mit dem sogenannten Elektrospinning-Verfahren. Dabei wird das Material in flüssiger Form versprüht, die Tröpfchen werden elektrisch aufgeladen und durch ein elektrisches Feld geschickt.

„Dadurch kann man erreichen, dass die Flüssigkeit beim Aushärten extrem feine Fädchen bildet, mit einem Durchmesser von 180 bis 200 Nanometern“, sagt Günther Rupprechter. Diese Fädchen bilden ein feines Gewebe mit sehr hoher Oberfläche – ein sogenanntes „Nanoweb“. Auf einem Quadratzentimeter kann man ein Geflecht von Fädchen unterbringen, die insgesamt eine Oberfläche von mehr als 10 cm2 aufweisen.

Erfolgreiche Tests

Die Tests mit diesen zellulosebeschichteten Nano-Strukturen verliefen sehr erfolgreich: In drei Zyklen wurde mit violettem Farbstoff belastetes Wasser gereinigt, dabei konnten 95% des Farbstoffs entfernt werden. „Die Farbstoffe bleiben im Nanogewebe gespeichert. Man kann dann entweder das ganze Gewebe entsorgen oder es aber auch regenerieren, die gespeicherten Farbstoffe herauslösen und das Filtergewebe wiederverwenden“, erklärt Günther Rupprechter.

Weiterführende Untersuchungen sind notwendig, um die mechanischen Eigenschaften der hochentwickelten Nanonetze und deren Biokompatibilität zu bewerten, die Spezifität gegenüber komplexeren Schadstoffen zu beurteilen und Skalierbarkeit auf Industriestandards zu erreichen. Auch will Rupprechter mit seinem Forschungsteam untersuchen, wie sich diese Farbstoff-Filtertechnologie auf andere Einsatzbereiche übertragen lässt. „Auch für den medizinischen Bereich könnte diese Technik sehr interessant sein“, glaubt Rupprechter. „Bei der Dialyse etwa geht es ebenfalls darum, ganz bestimmte chemische Stoffe aus einer Flüssigkeit herauszufiltern.“ Beschichtete Nano-Gewebe könnten auch bei solchen Anwendungen ihre Stärken ausspielen.

Originalpublikation
Maqbool, Q., Cavallini, I., Lasemi, N., Sabbatini, S., Tittarelli, F. and Rupprechter, G. (2024), Waste-Valorized Nanowebs for Crystal Violet Removal from Water. Small Sci. 2300286. doi.org/10.1002/smsc.202300286

Kategorie: Forschung, News Stichworte: Farbstoffe, Filter, Nanogewebe, TUWien, Zellulose

Weitere Nachrichten

GEA AWP launcht ValveCalc 9.0

GEA AWP präsentiert mit ValveCalc 9.0 eine überarbeitete Version seines Auslegungsprogramms für die industrielle Kälte- und Wärmetechnik. Die Software umfasst aktualisierte Normen, eine integrierte Mediadatenbank und ein neues Berechnungsmodul für … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin GEA AWP launcht ValveCalc 9.0

Energieeffizienz als zentraler Faktor für Süßwaren- und Snackanlagen

Auf der ProSweets Cologne 2026 rückt Energieeffizienz in der Süßwaren- und Snackindustrie stärker denn je in den Mittelpunkt. Steigende Energiekosten, regulatorische Vorgaben und Klimaschutzziele führen dazu, dass Hersteller ihre Produktionsanlagen … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin Energieeffizienz als zentraler Faktor für Süßwaren- und Snackanlagen

Klimahöfe-Initiative untersucht Wege zu emissionsarmer Milch

Mit der Klimahöfe-Initiative verfolgen Dr. Oetker, die Molkerei Gropper und Moers Frischeprodukte das Ziel, neue Ansätze für eine emissionsärmere Milchproduktion systematisch zu prüfen. Grundlage bildet die Zusammenarbeit mit sechs Partnerhöfen, die … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin Klimahöfe-Initiative untersucht Wege zu emissionsarmer Milch

DECA Award 2025 prämiert das Projekt AHEAD

Der DECA Award Industrie 2025 geht an AIT und Takeda für das NEFI-Projekt AHEAD, dessen Hochtemperatur-Wärmepumpendemonstrator CO₂-freie Dampferzeugung für industrielle Anwendungen ermöglicht. Die Technologie nutzt natürliche Kältemittel und saisonal … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin DECA Award 2025 prämiert das Projekt AHEAD

Haupt-Sidebar

Aktuelle Ausgabe

Newsletter

  • Newsletter Anmeldung
  • Newsletter Archiv

Messekalender

  • SIGEP WORLD

    Die SIGEP WORLD ist eine der international führenden Fachmessen für die Foodservice-Branche und vereint die Bereiche Gelato, Patisserie & […]

  • Grüne Woche

    Die Grüne Woche Berlin zählt seit 1926 zu den traditionsreichsten und international bedeutendsten Messen für Ernährung, Landwirtschaft und […]

  • all about automation Berlin

    Die all about automation Berlin 2026 feiert am 28. und 29. Januar ihre Premiere in der STATION-Berlin. Als Fachmesse für Industrieautomation, […]

  • LOGISTICS & AUTOMATION Bern

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Bern 2026 ist die größte Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss in der Schweiz. Sie präsentiert modernste […]

  • EMPACK Bern

    Die EMPACK Bern 2026 ist der einzigartige Treffpunkt der Verpackungsindustrie in der Schweiz und bildet den gesamten Verpackungsprozess entlang der […]

Welkin Media News

Aktuelle Nachrichten aus unseren anderen Online-Portalen Österreichische Chemie Zeitschrift und Österreichische Kunststoffzeitschrift.

  • Christian Doppler Labor forscht zum biologischen Abbau von WSP
    am 9. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Am Zentrum für Mikrobiologie und Umweltsystemwissenschaften der Universität Wien entsteht das neue CD-Labor, das den biologischen Abbau von WSP (Wasserlöslichen Polymeren) untersucht und zentrale chemische sowie mikrobiologische Prozesse für ein […]

  • Niederösterreich stärkt Zukunft der Bahntechnologie
    am 9. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Mit einer klaren Schwerpunktsetzung auf Bahntechnologie positioniert sich Niederösterreich strategisch als zentrale Drehscheibe für Mobilität und Infrastruktur der kommenden Jahre. The post Niederösterreich stärkt Zukunft der Bahntechnologie […]

  • Color TOC erweitert farbige Beschichtungen im Coil-Coating
    am 5. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Henkel erweitert das TOC-Verfahren um Color TOC, eine farbige Beschichtungslösung, die Schutzleistung und markenrelevantes Design für Metalloberflächen im Coil-Coating vereint. Der Beitrag Color TOC erweitert farbige Beschichtungen im […]

  • Clearmelt-Competence-Center optimiert PUR-Prozesse
    am 5. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    ENGEL unterstützt anspruchsvolle PUR-Projekte mit dem neuen clearmelt-Competence-Center, das Prozessketten verkürzt, Effizienz steigert und Logistikaufwände reduziert. The post Clearmelt-Competence-Center optimiert PUR-Prozesse appeared first on […]

  • MSV zeigte umfassende Impulse für die industrielle Transformation
    am 4. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Die 66. MSV zeigte 2025 eindrucksvoll die Transformation zentraler Industriesektoren. Die Ausstellung präsentierte Technologien, internationale Delegationen und Schlüsseltrends, die für die Zukunft der tschechischen Industrie prägend sind. The […]

  • Einreichungsstart für den Innovationspreis „Best CO₂ Utilisation“
    am 4. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Ab sofort können Unternehmen ihre Beiträge für den Innovationspreis „Best CO₂ Utilisation“ 2026 einreichen. Die Auszeichnung wird im Rahmen der CO₂-based Fuels and Chemicals Conference vergeben, die am 28. und 29. April 2026 in Köln […]

  • BASF und ExxonMobil entwickeln Methanpyrolyse gemeinsam weiter
    am 3. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    BASF und ExxonMobil treiben die Methanpyrolyse durch eine strategische Kooperation und eine geplante Demonstrationsanlage voran, um die Technologie für emissionsarmen Wasserstoff industriell nutzbar zu machen. Der Beitrag BASF und ExxonMobil […]

  • MDX Serie unterstützt EU-konforme Kunststoffverarbeitung
    am 3. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Die MDX Serie von MEAF unterstützt die EU-konforme Kunststoffverarbeitung durch IV-Erhöhung, Dekontamination und Desodorierung recycelter Thermoplaste. Auf der K 2025 präsentierte MEAF die Serie erstmals und demonstrierte deren flexible […]

  • KISSSEs verbessert Laserprozesse für effiziente Elektrolyseure
    am 2. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Mit dem Projekt KISSSEs entsteht im Rheinischen Revier eine neue Technologieplattform, die die Herstellung von Protonenaustauschmembran-Elektrolyseuren kostengünstiger gestalten soll. Das Fraunhofer ILT und regionale Partner bündeln dafür ihre […]

  • Flexloop optimiert Reinigung im mechanischen Recycling
    am 2. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Flexloop von Lindner und Procter & Gamble nutzt eine lösungsmittelbasierte Extraktion, um Polymerketten von Verunreinigungen zu befreien. Die so erzielte Reinheit ermöglicht Rezyklate für sensible Anwendungen wie Kosmetik- und […]

Copyright © 2025 · Welkin Media Verlag