• Skip to main content
  • Skip to secondary menu
  • Zur Hauptsidebar springen

Lebensmittel- & Biotechnologie

Das Fachportal für Lebensmittelindustrie und Biotechnologie

  • Abonnement
  • Impressum
  • Welkin Media Verlag
  • Messekalender
Startseite » Das ABS molekularer Motoren

Das ABS molekularer Motoren

8. März 2019 von Helmut Mitteregger

Peroxisomen sind Zellorganellen, die viele Funktionen übernehmen, darunter den Abbau von Zellgiften. Dafür brauchen sie Enzyme, die über eine komplizierte Maschinerie in die Peroxisomen transportiert werden müssen. Einen bisher unbekannten Transportschritt konnte das Team der Arbeitsgruppe Biochemie Intrazellulärer Transportprozesse der Ruhr-Universität Bochum (RUB) von Prof. Dr. Harald Platta jetzt aufklären und damit lebensbedrohliche Erkrankungen besser verstehen. Die Gruppe berichtet im renommierten Journal Biochimica et Biophysica Acta – Molecular Cell Research vom Februar 2019.

Peroxisomen sind Zellorganellen von zentraler Bedeutung. Durch die mehr als 50 Enzyme, denen sie einen isolierten Reaktionsraum bieten, stehen sie mit vielen zellulären Prozessen in Kontakt. Die Hauptfunktion von Peroxisomen ist der Abbau von langkettigen Fettsäuren und von Zellgiften. „Daneben haben sie spezialisierte Rollen, etwa bei der Synthese von Penicillin in Pilzen, der Bildung von Lysin in Hefen, der Lichtatmung von Pflanzen und der Bereitstellung von Plasmalogenen für die weiße Substanz des Gehirns in Tieren“, erklärt Harald Platta. Defekte in der Bildung funktionsfähiger Peroxisomen führen zu schweren Stoffwechselerkrankungen bei Menschen, die oft schon bei Neugeborenen zum Tod führen.

Der Motor der Importmaschinerie

Damit Peroxisomen ihre Funktionen wahrnehmen können, müssen sie zunächst die jeweiligen Enzyme in ihr Inneres importieren. Die meisten Enzyme werden von dem Importrezeptor Pex5p ins Peroxisom dirigiert. Dieser Rezeptor wird dadurch reguliert, dass zeitweise das Protein Ubiquitin (Ub) angeheftet wird.
Damit Peroxisomen ihre Funktionen wahrnehmen können, müssen sie zunächst die jeweiligen Enzyme in ihr Inneres importieren. Die meisten Enzyme werden von dem Importrezeptor Pex5p ins Peroxisom dirigiert. Dieser Rezeptor wird dadurch reguliert, dass zeitweise das Protein Ubiquitin (Ub) angeheftet wird.

„Wir konnten den Import-Mechanismus bisher in fünf Schritte unterteilen“, erläutert Harald Platta: „Erstens die Bindung von Pex5p an das zu importierende Enzym in der Zellflüssigkeit. Zweitens die Bindung des Pex5p-Enzym-Komplexes an das Peroxisom. Drittens die Freisetzung des Enzyms in das Innere des Peroxisoms. Viertens die Ub-Anheftung an Pex5p. Und fünftens den Export des mit Ub modifizierten Pex5p in die Zellflüssigkeit für weitere Importreaktionen.“

Die Anheftung eines Ub-Moleküls an Pex5p ist von zentraler Bedeutung für den Importzyklus. Für diesen Schritt und den anschließenden Export des Komplexes wird Energie gebraucht. „Wir haben die Ub-Anheftung an den Importrezeptor schon in vorangegangenen Arbeiten als eine Art Gaspedal der gesamten Importmaschinerie umschrieben“, so Platta.

Das genaue Schicksal des exportierten mit Ub modifizierten Pex5p war aber bisher unklar. Die aktuelle Studie, die vor allem auf den Doktorarbeiten von Rebecca Brinkmeier und Fouzi El Magraoui basiert, löste nun diese Frage. Das Team konnte anhand von systematisch erzeugten genetischen Varianten von Ub- und Pex5p zeigen, dass eine stabile Ub-Pex5p-Fusion zu einem Defekt des peroxisomalen Proteinimports führt. Die Anheftung von Ub an Pex5p muss sich also wieder auflösen.

Prof. Dr. Harald Platta, Rebecca Brinkmeier und Thomas Mastalski (von links) im Labor an der Ruhr-Universität.| Foto: RUB, Kramer

Wird das Ubiquitin durch ein anderes Enzym wieder abgenommen, erlangt Pex5p seinen ursprünglichen Status und kann wieder verwendet werden. Wenn dieser Schritt ausbleibt, gerät der Importrezeptor außer Kontrolle. Er schlittert dann als Komplex in der Zellflüssigkeit weiter, bis er unkontrolliert wieder auf das Peroxisom stößt, wo er den Andock-Komplex blockiert und somit auch den Import von korrekt mit Ub modifiziertem Pex5p verhindert. „Dies führt letztendlich zu einem kompletten Funktionsverlust des Peroxisoms“, so Platta. „Unsere Studie fügt dem Importzyklus also den notwendigen sechsten Schritt hinzu.

Kooperationspartner

Die Arbeitsgruppe kooperierte mit dem Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften Isas in Dortmund unter Prof. Dr. Helmut Meyer sowie im Rahmen der Forschungsgruppe FOR1905 der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit der Systembiochemie der Ruhr-Universität Bochum um Prof. Dr. Ralf Erdmann und der Funktionellen Proteomik der Universität Freiburg unter Prof. Dr. Bettina Warscheid.

Orginalpublikation

Fouzi El Magraoui et al.

The deubiquitination of the PTS1-import receptor Pex5p is required for peroxisomal matrix protein import.
In Biochimica et Biophysica Acta – Molecular Cell Research, Februar 2019.
DOI: 10.1016/j.bbamcr.2018.11.002

Kontakt

Prof. Dr. Harald W. Platta
Arbeitsgruppe Biochemie Intrazellulärer Transportprozesse
Institut für Biochemie und Pathobiochemie
Medizinische Fakultät
Ruhr-Universität Bochum

Kategorie: Biotechnologie, Forschung, News, Publikation Stichworte: Peroxisomen, Ruhr-Universität Bochum, Zellorganellen

Weitere Nachrichten

Kontaktlose Energieversorgung für FTS in der Intralogistik

Auf der LogiMAT in Stuttgart stellt die Paul Vahle GmbH & Co. KG vom 24. bis 26. März 2026 Lösungen zur Energieversorgung fahrerloser Transportsysteme vor, die für den Einsatz in der Intralogistik entwickelt wurden. Vorgestellt wird ein … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin Kontaktlose Energieversorgung für FTS in der Intralogistik

Vetter senkt Treibhausgasemissionen durch erneuerbare Energien

Mit der kontinuierlichen Umstellung auf erneuerbare Energien richtet Vetter die Energieversorgung an seinen Standorten auf die Reduktion der Treibhausgasemissionen aus. Der Pharmadienstleister plant, die absoluten Emissionen bis 2034 um 58,8 Prozent … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin Vetter senkt Treibhausgasemissionen durch erneuerbare Energien

INTEGRA unterstützt Einstieg in die Laborautomatisierung

INTEGRA Biosciences startet ein Preisausschreiben, bei dem ein Labor beim Übergang von manuellem Pipettieren zu automatisierten Pipettierprozessen unterstützt werden soll. Das ausgewählte Labor erhält eine individuelle Einführung in die … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin INTEGRA unterstützt Einstieg in die Laborautomatisierung

PULSEspencer R ermöglicht kontaktloses Low Volume Dispensing

Analytik Jena stellt auf der SLAS 2026 International Conference & Exhibition vom 07. bis 11. Februar neue Automatisierungslösungen für Laborworkflows vor. Zu den gezeigten Systemen zählt der PULSEspencer R, das erste Modell einer digitalen und … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin PULSEspencer R ermöglicht kontaktloses Low Volume Dispensing

Haupt-Sidebar

Aktuelle Ausgabe

Newsletter

  • Newsletter Anmeldung
  • Newsletter Archiv

Messekalender

  • BIOFACH

    Die BIOFACH 2026, Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel, findet vom 10. bis 13. Februar 2026 im Messezentrum Nürnberg statt. Als internationaler […]

  • LOPEC Kongress

    Der LOPEC Kongress 2026 findet vom 24. bis 26. Februar 2026 im Messezentrum München statt und gilt als weltweit bedeutendste Kommunikationsplattform […]

  • LOPEC

    Die LOPEC 2026 findet vom 25. bis 26. Februar 2026 in der Messe München statt und gilt als führende internationale Fachmesse mit begleitendem […]

  • EMPACK Dortmund

    Die EMPACK Dortmund 2026 ist die regionale Fachmesse für die Verpackungsindustrie und bietet ein kompaktes Update zu den wichtigsten Innovationen […]

  • LOGISTICS & AUTOMATION Dortmund

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Dortmund 2026 ist die regionale Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss. Im Fokus stehen Produkte, Services und […]

Welkin Media News

Aktuelle Nachrichten aus unseren anderen Online-Portalen Österreichische Chemie Zeitschrift und Österreichische Kunststoffzeitschrift.

  • Colourful Chemistry als Leitmotiv des JCF-Frühjahrssymposiums
    am 10. Februar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Das JCF-Frühjahrssymposium bringt vom 10. bis 13. März 2026 den chemischen Nachwuchs in Köln zusammen. Unter dem Motto Colourful Chemistry stehen Vorträge, Workshops, Austauschformate und die Verleihung des JCF Best Supervisor Award im […]

  • EmpowerDPP: Konzepte und Services zur DPP-Umsetzung
    am 10. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Im Projekt EmpowerDPP entwickeln drei Fraunhofer Cluster of Excellence technische und organisatorische Konzepte zur Umsetzung des digitalen Produktpass, der ab 2027 verpflichtend wird. Darauf aufbauend werden Serviceangebote erarbeitet, insbesondere […]

  • Nordmann erstmals auf der JEC WORLD vertreten
    am 9. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Nordmann ist vom 10. bis 12. März 2026 erstmals auf der JEC WORLD in Paris vertreten. Der Chemiedistributor präsentiert dort sein internationales Portfolio für die Composites-Industrie sowie bestehende und erweiterte Partnerschaften. The post […]

  • SMC Serie LQ3 stärkt Prozesssicherheit durch präzises Fitting
    am 6. Februar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Das Fitting der SMC Serie LQ3 unterstützt die Prozesssicherheit in chemischen Anlagen durch dichte Verbindungen, kontrollierte Montage und eine Konstruktion für aggressive Medien und hohe Reinheitsanforderungen. Der Beitrag SMC Serie LQ3 stärkt […]

  • EcoVadis verleiht Platinmedaille an TOMRA Recycling
    am 6. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    TOMRA Recycling erhält die EcoVadis-Platinmedaille und erreicht 87 von 100 Punkten in der Nachhaltigkeitsbewertung. Damit zählt das Unternehmen zu den besten ein Prozent aller weltweit bewerteten Unternehmen innerhalb der letzten zwölf Monate. […]

  • ACHEMA-Gründerpreis startet in die fünfte Runde
    am 5. Februar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Der ACHEMA-Gründerpreis startet in die fünfte Runde und sucht innovative Gründungsideen für Life Sciences und Prozessindustrie. Bewerbungen sind ab sofort möglich, Finalisten präsentieren sich auf der ACHEMA 2027. Der Beitrag […]

  • EU-Verordnung bringt neue Vorgaben für Kunststoffgranulat
    am 5. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Die EU-Verordnung 2025/2365 bringt neue Pflichten für den Umgang mit Kunststoffgranulat. Ein Webinar am 24.2.2026 der Wirtschaftskammer Österreich informiert über Regelungen, Fristen und Anforderungen entlang der Lieferkette. The post […]

  • Betti Heick verstärkt ab März 2026 den Vorstand von Biesterfeld
    am 4. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Biesterfeld beruft Betti Heick zum 1. März 2026 in den Vorstand der Biesterfeld Group. Die Entscheidung ist Teil eines strukturierten Nachfolgeprozesses und stärkt die strategische Weiterentwicklung in zentralen Märkten und Geschäftseinheiten. […]

  • Michael Hempt übernimmt CEO-Funktion bei Würth Österreich
    am 4. Februar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Michael Hempt übernimmt mit Jänner 2026 die CEO-Funktion bei Würth Österreich. Der interne Führungswechsel steht für Kontinuität, klare Verantwortlichkeiten und eine strategische Weiterentwicklung des Unternehmens. Der Beitrag Michael Hempt […]

  • Kreislaufwirtschaft als Schlüssel für Rohstoffsicherheit
    am 3. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Bei einem Austausch von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit dem Senat der Kreislaufwirtschaft und ecoplus wurden die Rolle der Kreislaufwirtschaft für Rohstoffsicherheit, regionale Wertschöpfung und die erforderlichen gesetzlichen […]

Copyright © 2026 · Welkin Media Verlag