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Nanogold in Textilien – Industriepartner gesucht

23. Mai 2017 von Helmut Mitteregger

Hilfe gegen Hautkrankheiten mit Nanogold? Das klingt abenteuerlich, aber die Forschung ist schon weit gediehen: Wer krank ist weiß, dass Gesundheit Gold wert ist. Dass Gold auch gut für die Gesundheit ist, weiß hingegen kaum jemand. Professor Manfred Sietz, Chemiker an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, hat mehrere Anwendungen von Nanogold entwickelt – aktuell stellt er ein Verfahren vor, um Textilien mit Goldpartikeln zu veredeln. Zielgruppe sind Betroffene von Hauterkrankungen. Nun sucht der Professor Wirtschaftspartner für den Transfer der Forschung in Produkte.

Die optimale Größe der Goldteilchen für medizinische Anwendungen wurde in mehrjähriger Forschungsarbeit bestimmt. Professor Manfred Sietz, hier mit dem goldgelben Ausgangsstoff für Implementierung bei Textilien, die langlebig mit Nanogold ausgestattet werden.

Akne, Neurodermitis, Schuppenflechte – die menschliche Haut ist sensibel. Wer mit Ausschlag und allergischen Reaktionen zu kämpfen hat, muss häufig auf Medikamente zurückgreifen. Dabei könnte es eine natürliche Alternative geben: Nanogold. Das ist ein Stoff, der in der Natur vorkommt: „Das Gold schwimmt seit Jahrmillionen im Meerwasser, weil es aus Goldsalzen herausgelöst wird“, erklärt Professor Manfred Sietz von der Hochschule OWL, der schon seit mehr als zehn Jahren rund um Nanogold forscht. „Nanogold wirkt ähnlich wie Kortison: Es senkt den IgE-Wert, also den Allergieparameter im Blut“, erklärt der Chemiker seinen aktuellen Ansatzpunkt. IgE – kurz für „Immunglobulin E“ – ist für die überschießende Histaminbildung bei Allergien vom Typ 1 verantwortlich; Folgen sind beispielsweise Juckreiz und Augenbrennen. Auf dieser Grundlage entwickelte Sietz die Idee, Textilien mit Nanogold zu veredeln – auf den betroffenen Hautstellen getragen, könnten diese die Reizungen lindern.

Nanogold hat besondere Eigenschaften
Professor Sietz hat an seinem Fachbereich Umweltingenieurwesen und Angewandte Informatik ein Verfahren entwickelt, um aus Goldsalzen Nanogold herzustellen – und das in einer bestimmten Größe zwischen fünf und zehn Nanometern, die seinen Untersuchungen zufolge pharmakologisch besonders wertvoll ist. Nanogold hat andere Eigenschaften als herkömmliches Gold: Durch die Oberflächenladung der Teilchen binden diese an Eiweißstrukturen und Nucleinsäuren, Kunststoffen, Arzneistoffen und eben Textilfasern. „Nanogold trägt andere Stoffe Huckepack“, verdeutlicht Sietz. Deshalb behalten die mit Nanogold veredelten Textilien ihre Wirksamkeit auch nach einer Kochwäsche. Mit bloßem Auge zu sehen sind die Goldteilchen nicht, denn sie sind hundertmal dünner als ein menschliches Haar. Gelöst im Wasser lassen sie dieses golden schimmern. Werden die Nanogoldteilchen mit größeren Teilchen beladen, entwickelt sich hingegen eine lila Färbung – ein mit Nanogold veredelter Baumwollstoff ist deshalb lila statt golden.

Keimreduktion und Hautentlastung
In einer wässrigen Nanogold-Lösung lässt Sietz Textilien die Goldpartikel aufnehmen – im Wärmeschrank wird der Prozess des Einwirkens erheblich verkürzt. Die Konzentration der Goldpartikel in der Lösung steuert die Wirksamkeit der Textilien. Zur Untersuchung hat Sietz seine textilen Proben ins Labor für Mikrobiologie am Fachbereich Life Science Technologies der Hochschule OWL geschickt. Ergebnis: Mit Nanogold beschichtete Baumwollfasern zeigen im für diese Anwendungen üblichen Hemmhoftest gemäß DIN 20645 eine keimreduzierende Wirkung gegenüber dem Aknehautkeim. „Dies lässt erwarten, dass sich aknebedingte Hautentzündungen durch Baumwollunterwäsche reduzieren lassen. Untersuchungen in Richtung Unterwäsche für Neurodermitiker müssen noch vertieft werden – jedoch gehe ich davon aus, dass sich hier bei höherer Goldkonzentration eine vergleichbare Wirksamkeit einstellt“, so der Chemiker. Neben Baumwollunterwäsche sind auch andere textile Produkte denkbar: Bettwäsche, Frotteestoffe, Pflaster.

Lohnende Investition und grenzenlose Anwendungschancen
Mit Gold beschichtete Textilien – das klingt teuer. Doch: „So ein Kleidungsstück kauft man sich einmal im Leben. Die Bindung zwischen Nanogold und Textil ist so fest, dass das Gold auch bei einer Kochwäsche nicht ausgewaschen wird“, so Sietz. Ein Hemd, das gegen Akne hilft, wäre rund 100 Euro teurer als die herkömmliche Version, schätzt der Professor – eins das gegen Neurodermitis hilft vielleicht 200 Euro. Diese Zahlen sind natürlich nur grobe Schätzungen; für eine Serienproduktion und eine Markteinführung braucht der Chemiker nun Partner aus der Wirtschaft.

Professor Manfred Sietz stellt das in der Nanogold-Lösung getränkte Baumwollunterhemd in den Wärmeschrank, um die Einwirkzeit zu reduzieren. | Fotos: Hochschule OWL/Katharina Thehos

Partnersuche
Nanogold besitzt viele Anwendungspotenziale in der Medizindiagnostik, als Arzneimittel, in der Kosmetik, als Nahrungsergänzungsmittel, zur Oberflächenveredlung und in der Krebstherapie. Diese Erkenntnis ist keinesfalls neu: „In der Medizin ist Nanogold schon länger bekannt, es findet zum Beispiel Verwendung bei der Therapie von Hirntumoren und bei Schwangerschaftstests“, sagt Sietz und erklärt: „Was wir neu entwickelt haben, sind die weiteren Anwendungen.“ Ein Ergebnis der Höxteraner Forschung ist eine Sonnencrème: Nanogold ist ein natürliches Sonnenschutzmittel, denn es absorbiert die komplette UV-Strahlung. Außerdem hat es eine keimreduzierende Wirkung. Deswegen könnten Verpackungen mit Nanogold Lebensmittel, aber auch Medikamente oder Kosmetika, deutlich länger haltbar machen. Schon zu Beginn seiner Forschungen hat Sietz zudem einen Selbstversuch umgesetzt: Kaubonbons aus Mutterkraut und Nanogold haben demnach großes Potenzial in der Therapie von Migräne. Tests hierzu kann der Chemiker jedoch bisher nur in kleinem Maßstab durchführen – für größere Testreihen und eine Zulassung als Medikament strebt er deshalb auch hier Kooperationen mit Partnern aus Medizin und Wirtschaft an.

 

 

Kategorie: Fachbericht, News Stichworte: Hautkrankheiten, Industriepartner, Nanogold, Nanotechnologie, Textilien, Therapie

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