• Skip to main content
  • Skip to secondary menu
  • Zur Hauptsidebar springen

Lebensmittel- & Biotechnologie

Das Fachportal für Lebensmittelindustrie und Biotechnologie

  • Abonnement
  • Impressum
  • Welkin Media Verlag
  • Messekalender
Startseite » Green Lab an der TU Berlin

Green Lab an der TU Berlin

11. April 2023 von Birgit Fischer

Das Fachgebiet Angewandte Biochemie der TU Berlin will sich im Programm „Green Lab“ von My Green Lab zertifizieren lassen. Die gemeinnützige Organisation wurde von den Vereinten Nationen als ein Hauptakteur benannt für das Ziel, medizinisch-pharmazeutische Firmen und Labore bis 2050 klimaneutral zu machen.

Das Fachgebiet Angewandte Biochemie lässt sich als erstes an der TU Berlin im Programm „Green Lab“ zertifizieren. | Foto: Polina Tankilevitch, pexels
Das Fachgebiet Angewandte Biochemie lässt sich als erstes an der TU Berlin im Programm „Green Lab“ zertifizieren. | Foto: Polina Tankilevitch, pexels

Bereits drei Labore sind in Berlin von My Green Lab zertifiziert worden. Drei weitere – darunter das von TU-Professor Dr. Jens Kurreck – befinden sich im Zertifizierungsprozess.

„In der Ausgangsevaluation haben wir schon einen Bronze-Status erreicht, aber das ist nur die erste Runde“, sagt Fachgebietsleiter Prof. Dr. Jens Kurreck. My Green Lab wolle nämlich nicht nur Bestehendes auszeichnen, sondern in jedem Labor Änderungen anregen. „Dazu hat die Organisation alle Labormitarbeiter anonym mit einem Online-Fragebogen befragt, die Ergebnisse zusammengefasst und daraus Vorschläge abgeleitet.“

Energiesparen bei tiefen Temperaturen

Ein Beispiel, wo Energie gespart werden kann, sind die Kühl- und Gefrierschränken in den Laboren. Zwei dieser Geräte sind sogenannte Ultratiefkühler, die Viren und andere Biomaterialien bei minus 80 Grad Celsius konservieren. Sie machen ein Viertel des gesamten Stromverbrauchs des Fachgebiets aus. Eine Verbrauchsmessung sämtlicher Elektrogeräte hatte Jens Kurreck und sein Team auf die Fährte dieser energiefressenden Kühlgeräte gebracht.

Dieser Ultra-Tiefkühlschrank muss nicht etwa abgetaut werden. Bei minus 80 Grad Celsius friert Kohlendioxid aus der Luft aus und bildet feine Kristalle. | Foto: TU Berlin, W. Richter
Dieser Ultra-Tiefkühlschrank muss nicht etwa abgetaut werden. Bei minus 80 Grad Celsius friert Kohlendioxid aus der Luft aus und bildet feine Kristalle. | Foto: TU Berlin, W. Richter

Zwei Einsparmöglichkeiten haben sie daraufhin identifiziert: Zum einen lässt sich für nicht so empfindliche Proben die Temperatur in einem der Schränke auf minus 70 Grad erhöhen. Das führt schon zu enormen Einsparungen, denn mit abnehmender Temperatur steigt der Stromverbrauch exponentiell an. „Die zweite Einsparmöglichkeit sollte in einem idealen Labor eigentlich gar nicht möglich sein“, sagt Kurreck. Sie laute schlicht „Aufräumen“. „Wenn Sie bei offener Tür minutenlang Proben suchen, geht viel Wärme auf den Inhalt über. Außerdem müssen Sie das wegen der kleinen Röhrchen mit bloßer Hand machen, bei minus 80 Grad auch kein Vergnügen.“

„Freezer Challenges“ bei My Green Lab

Das Aufräumen der Probenschränke war aber keine singuläre Maßnahme. Das Fachgebiet hat sich nun ein Klassifizierungs- und Ordnungssystem ausgedacht, um Proben besonders schnell zu finden. Den energiesparenden Zeitaspekt bei den Ultratiefkühlern hat auch die Initiative My Green Lab erkannt und veranstaltet unter ihren Mitgliedern regelmäßig „Freezer Challenges“, bei denen die Labore um den am besten optimierten Tiefkühlschrank wetteifern.

Die Hälfte gespart

Doch nicht nur die Kühlschränke haben Jens Kurreck und seine „Nachhaltigkeitsgruppe“ von sieben Personen, die sich einmal im Monat am Fachgebiet trifft, unter die Lupe genommen. Über eingesparte Kilowattstunden (kWh) können sie auch berichten bei den sogenannten Autoklaven: große, waschmaschinenartige Geräte, die bei 134 Grad Celsius und zwei Bar Überdruck biologischen Abfall unschädlich machen. In diese wurde der Abfall bisher dann geworfen, wenn er anfiel, und die Maschine auch gleich angestellt. Jetzt wird der Abfall gesammelt, bis ein Autoklav ganz gefüllt werden kann. Nach mehr als einem Monat mit der neuen Regelung zeigte sich, dass so die Hälfte der Läufe gespart werden kann. Bei einem Verbrauch von etwa 5.000 kWh Strom pro Jahr ein nicht unerheblicher Anteil am Gesamtverbrauch des Fachgebiets von 70.000 kWh.

Einsparpotential: der Jahresverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts

Auch die sterilen Werkbänke im Labor haben einen hohen Verbrauch, pro Gerät etwa 1.000 kWh pro Jahr, bei sechs Geräten am Fachgebiet also rund 6.000 kWh pro Jahr – und im ganzen Haus auf dem Campus Wedding der TU Berlin gibt es knapp 50 dieser Werkbänke. Ein kontinuierlicher Luftstrom sorgt hier für eine unsichtbare Wand vor der eigentlichen Arbeitsfläche, durch die Keime weder hinaus- noch hineinkönnen.

Sechs dieser Sicherheitswerkbänke (Cleanbenches) gibt es am Fachgebiet. Schaltet man die Bench bei Nichtbenutzung in den Standby-Modus und schaltet sie bei mehrstündigen Arbeitsunterbrechungen ganz aus, kann man rund ein Drittel ihres Strombedarfs einsparen. Bei sechs Werkbänken entspricht das fast dem Jahresverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts. | Foto: TU Berlin, Dominic Simon
Sechs dieser Sicherheitswerkbänke (Cleanbenches) gibt es am Fachgebiet. | Foto: TU Berlin, Dominic Simon

„Schaltet man die Werkbank bei Nichtbenutzung in den Standby-Modus, verbraucht sie nur ein Zehntel des Stroms. Bei mehrstündigen Unterbrechungen kann man sie auch ganz ausschalten“, erklärt Jens Kurreck. Auf diese Weise könne man rund ein Drittel des Strombedarfs der Werkbänke einsparen, hat er ausgerechnet. Also etwa 2.000 kWh. „Das ist nur etwas weniger als der Jahresverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts.“

Nachahmung herzlich willkommen

Jens Kurreck und sein Team wollen weitere Labore dazu ermuntern, sich der My Green Lab-Initiative anzuschließen. Auf viele Maßnahmen sei man durch die „Schwarmintelligenz“ der Nachhaltigkeitsgruppe schon von selbst gekommen, auch durch den Einsatz eines mobilen Stromverbrauchszählers. Einige Ratschläge von My Green Lab aber hatten die Forscher noch nicht auf dem Schirm – etwa Verbrauchsmaterial gesammelt zu bestellen, um Verpackung und Transportenergie zu minimieren. Ohne großen Aufwand könne man in einem ersten Schritt bei der Beleuchtung anfangen und Leuchtstoffröhren an der Decke durch LED-Lampen am Arbeitsplatz ersetzen, rät Kurreck. Insgesamt ein Drittel der gesamten Stromkosten des Fachgebiets hofft er durch alle Maßnahmen einzusparen. Davon würden nicht nur die Umwelt und der Kampf gegen den Klimawandel profitieren, betont Kurreck: „Auch wenn sich das nicht auf den eigenen Etat auswirkt, hat man letztlich doch etwas davon. Denn wenn die Uni Geld spart, sichert das unsere Grundfinanzierung.“

Kategorie: News Stichworte: GreenLab, Klimaneutral, MyGreenLab, TUBerlin, Zertifizierung

Weitere Nachrichten

S!MPATI 4.90 optimiert Chargenbewertung und Datenanalyse

Weiss Technik stellt mit S!MPATI 4.90 eine aktualisierte Version der Software für pharmazeutische Anwendungen bereit. Das Software-Update ist ab dem Frühjahr 2026 verfügbar, auf Windows 11 sowie Windows Server 2022 einsetzbar und erfüllt die … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin S!MPATI 4.90 optimiert Chargenbewertung und Datenanalyse

analytica conference 2026 vernetzt Diagnostik, KI und Analytik

Vom 24. bis 26. März 2026 findet die analytica conference in München statt und begleitet parallel die Weltleitmesse analytica für Labortechnik, Analytik und Biotechnologie. Unter dem Leitthema „Science meets industry“ bildet die Konferenz das gesamte … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin analytica conference 2026 vernetzt Diagnostik, KI und Analytik

Masterclass zur systematischen Pulvercharakterisierung

Am 10.–11. März 2026 findet in Graz die „Masterclass zur systematischen Pulvercharakterisierung“ von Anton Paar Germany und Anton Paar Austria statt. Die Veranstaltung vermittelt einen strukturierten Überblick über zentrale Methoden der … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin Masterclass zur systematischen Pulvercharakterisierung

Kontaktlose Energieversorgung für FTS in der Intralogistik

Auf der LogiMAT in Stuttgart stellt die Paul Vahle GmbH & Co. KG vom 24. bis 26. März 2026 Lösungen zur Energieversorgung fahrerloser Transportsysteme vor, die für den Einsatz in der Intralogistik entwickelt wurden. Vorgestellt wird ein … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin Kontaktlose Energieversorgung für FTS in der Intralogistik

Haupt-Sidebar

Aktuelle Ausgabe

Newsletter

  • Newsletter Anmeldung
  • Newsletter Archiv

Messekalender

  • LOPEC Kongress

    Der LOPEC Kongress 2026 findet vom 24. bis 26. Februar 2026 im Messezentrum München statt und gilt als weltweit bedeutendste Kommunikationsplattform […]

  • LOPEC

    Die LOPEC 2026 findet vom 25. bis 26. Februar 2026 in der Messe München statt und gilt als führende internationale Fachmesse mit begleitendem […]

  • EMPACK Dortmund

    Die EMPACK Dortmund 2026 ist die regionale Fachmesse für die Verpackungsindustrie und bietet ein kompaktes Update zu den wichtigsten Innovationen […]

  • LOGISTICS & AUTOMATION Dortmund

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Dortmund 2026 ist die regionale Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss. Im Fokus stehen Produkte, Services und […]

  • PUMPS & VALVES Dortmund

    Die PUMPS & VALVES Dortmund 2026 ist die spezialisierte Fachmesse für industrielle Pumpen, Armaturen und prozesstechnische Komponenten. In nur […]

Welkin Media News

Aktuelle Nachrichten aus unseren anderen Online-Portalen Österreichische Chemie Zeitschrift und Österreichische Kunststoffzeitschrift.

  • Verbundwerkstoff repariert Mikrorisse durch elektrische Erwärmung
    am 13. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Ein an der NCSU entwickelter Verbundwerkstoff integriert Heizschichten und thermoplastische Zwischenschichten, um Delamination gezielt zu beheben. In Tests über 1.000 Zyklen zeigte das Material eine außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit […]

  • Abwasseranalyse im Wandel durch KARL EU 2024/3019
    am 13. Februar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    KARL EU 2024/3019 verändert die Abwasseranalyse grundlegend und stellt TOC dem CSB gleich. In zwei Online-Events zeigt Analytik Jena praxisnah, wie die neuen regulatorischen Vorgaben umgesetzt werden und welche Umwelt- und Kostenvorteile die […]

  • analytica 2026 – Die Weltleitmesse für Labortechnik, Analytik und Biotechnologie
    am 12. Februar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Die analytica 2026 findet vom 24. bis 27. März 2026 in München statt und wird zum internationalen Treffpunkt für Labor, Analytik und Biotechnologie. Fachbesucher aus Wissenschaft, Industrie und Forschung erleben innovative Technologien, neueste […]

  • Neues Verfahren ermöglicht Polyurethane ohne Isocyanat
    am 12. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Im Projekt CO2NIPU zeigen Fraunhofer-Forschende, wie sich Polyurethan erstmals ohne giftiges Isocyanat herstellen lässt. Das neue Produktionsverfahren auf Basis von Dicarbamat nutzt CO2 als Rohstoff und ist bereits im Technikumsmaßstab umgesetzt. […]

  • Vom Altfahrzeug zum Sekundärrohstoff in der Automobilindustrie
    am 11. Februar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Die BMW Group und PreZero haben eine strategische Kooperation gestartet, um Altfahrzeuge systematisch zu verwerten und geschlossene Material- und Verwertungskreisläufe in der europäischen Automobilindustrie zu etablieren. Der Beitrag Vom […]

  • Mehrwegbecher der K 2025 finden Einsatz über die Messe hinaus
    am 11. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Auf der K 2025 kamen erstmals Mehrwegbecher in großem Umfang zum Einsatz. Nach der Messe wurden verbliebene Becher gesammelt, gereinigt und entweder sozialen Einrichtungen zur Nutzung überlassen oder dem Recycling zugeführt – ein praktischer […]

  • Colourful Chemistry als Leitmotiv des JCF-Frühjahrssymposiums
    am 10. Februar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Das JCF-Frühjahrssymposium bringt vom 10. bis 13. März 2026 den chemischen Nachwuchs in Köln zusammen. Unter dem Motto Colourful Chemistry stehen Vorträge, Workshops, Austauschformate und die Verleihung des JCF Best Supervisor Award im […]

  • EmpowerDPP: Konzepte und Services zur DPP-Umsetzung
    am 10. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Im Projekt EmpowerDPP entwickeln drei Fraunhofer Cluster of Excellence technische und organisatorische Konzepte zur Umsetzung des digitalen Produktpass, der ab 2027 verpflichtend wird. Darauf aufbauend werden Serviceangebote erarbeitet, insbesondere […]

  • Nordmann erstmals auf der JEC WORLD vertreten
    am 9. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Nordmann ist vom 10. bis 12. März 2026 erstmals auf der JEC WORLD in Paris vertreten. Der Chemiedistributor präsentiert dort sein internationales Portfolio für die Composites-Industrie sowie bestehende und erweiterte Partnerschaften. The post […]

  • SMC Serie LQ3 stärkt Prozesssicherheit durch präzises Fitting
    am 6. Februar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Das Fitting der SMC Serie LQ3 unterstützt die Prozesssicherheit in chemischen Anlagen durch dichte Verbindungen, kontrollierte Montage und eine Konstruktion für aggressive Medien und hohe Reinheitsanforderungen. Der Beitrag SMC Serie LQ3 stärkt […]

Copyright © 2026 · Welkin Media Verlag