• Skip to main content
  • Skip to secondary menu
  • Zur Hauptsidebar springen

Lebensmittel- & Biotechnologie

Das Fachportal für Lebensmittelindustrie und Biotechnologie

  • Abonnement
  • Impressum
  • Welkin Media Verlag
  • Messekalender
Startseite » Pilzkrankheit bei Weinreben mit Nanotechnologie bekämpfen

Pilzkrankheit bei Weinreben mit Nanotechnologie bekämpfen

8. Juni 2018 von Helmut Mitteregger

Pilzbefall von Nutzpflanzen verursacht jährlich einen Millionenschaden in der Landwirtschaft. Oft können sie nicht oder nur schwer durch handelsübliche Spritzmittel von der Krankheit befreit werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Priv.-Doz. Dr. Frederik R. Wurm vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPI-P, Abteilung Prof. Dr. Katharina Landfester) in Mainz entwickeln daher einen auf Nanotechnologie basierenden Schutz mit minimalem Einsatz von Wirkstoff, der das übermäßige Spritzen von Fungiziden vermeidet. Das Projekt ging Ende Mai in die nächste Phase: An einem Weinfeld des DLR in Neustadt a. d. Weinstraße wurde das Mittel für einen Test zum Einsatz gebracht.

Die Pilz-Erkrankung „Esca“ befällt Weinreben und sorgt jährlich für einen großen finanziellen Schaden bei Weinbauern. Der Pilz befällt die Rebenstämme und zersetzt das Holz von innen – Spritzmittel können den Pilz daher nicht erreichen und bekämpfen. Dr. Frederik R. Wurm und Kollegen haben einen auf Nanotechnologie basierenden Träger entwickelt, um die Reben vor dem Befall zu schützen bzw. davon zu heilen. Hierbei werden „Nanoträger“ – d.h. kleine Nanoteilchen, die kleiner sind als ein millionstel Meter – mit chemischen Verfahren hergestellt und mit einem kommerziell erhältlichen Fungizid gefüllt. Die so präparierten Kugeln werden direkt in den Stamm der Pflanzen eingebracht.
Die Hülle dieser Kugeln besteht aus Lignin – einem Stoff, der neben Zellulose den Hauptbestandteil von Holz bildet. Somit kann diese von dem Pilz ebenfalls zersetzt werden, wodurch das Spritzmittel, welches sich im Inneren der Nanokugel befindet, im Stamm freigesetzt wird. „Wir setzen dem Pilz quasi ein trojanisches Pferd vor: er zersetzt die Hülle unserer Nanoträger und setzt damit das Fungizid frei, welches ihn bekämpft“, so Wurm. Vorteil der Methode der Wissenschaftler ist unter anderem, dass das Mittel auf diese Weise langsam und über einen langen Zeitraum abgegeben wird.

Dr. Frederik Wurm (rechts) und Thiago Machado (li.) bereiten Reben für Injektion des Nano-Wirkstoffes vor. | Bild © MPI-P

Feldforschung
Nach ersten erfolgreichen Versuchen wurden jetzt an einem Testfeld des DLR Neustadt über 100 Weinstöcke von dem interdisziplinären Forscherteam behandelt. Innerhalb mehrerer Stunden haben sie hierfür die Stämme angebohrt und das Mittel eingebracht. Mit ersten Ergebnissen können die Wissenschaftler schon innerhalb von einigen Wochen rechnen, jedoch werden die Reben noch über mehrere Jahre weiter beobachtet.
Das Projekt wird gemeinsam mit dem Institut für Biotechnologie und Wirkstoff-Forschung in Kaiserslautern sowie dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz, Institut für Pflanzenschutz in Neustadt an der Weinstraße durchgeführt. Die Technologie wurde von Wurm und Kollegen bereits zum Patent angemeldet.

Zur Person
Frederik Wurm wurde in Wiesbaden geboren und studierte Chemie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Universität Toronto. Nach seiner Doktorarbeit im Jahr 2009 und eines Postdoktorats als Feodor-Lynen Fellow an der École Polytechnique Fédérale in Lausanne wurde er im November 2011 Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz in der Abteilung von Katharina Landfester. Seine Forschung umfasst die Herstellung von bioabbaubaren Polymeren und Nanoträgern und wurde kürzlich mit dem Dozentenpreis des Fonds der deutschen chemischen Industrie ausgezeichnet.

Max-Planck-Institut für Polymerforschung
Das Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPI-P) zählt zu den international führenden Forschungszentren auf dem Gebiet der Polymerforschung. Durch die Fokussierung auf weiche Materie und makromolekulare Materialien ist das MPI-P mit seiner Forschungsausrichtung weltweit einzigartig. Seine Aufgabe ist es, neue Polymere herzustellen und zu charakterisieren. Zum Aufgabengebiet gehört auch die Untersuchung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften. Das MPI-P wurde 1984 gegründet. Es beschäftigt mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem In- und Ausland, von denen die große Mehrzahl mit Forschungsaufgaben befasst ist.

Zur Website:
Max-Planck-Institut für Polymerforschung

Kategorie: Forschung, News Stichworte: Max-Planck-Institut für Polymerforschung, MPI-P, Nanotechnologie, Pflanzenschutz, Pilzbefall, Weinreben

Weitere Nachrichten

Kontaktlose Energieversorgung für FTS in der Intralogistik

Auf der LogiMAT in Stuttgart stellt die Paul Vahle GmbH & Co. KG vom 24. bis 26. März 2026 Lösungen zur Energieversorgung fahrerloser Transportsysteme vor, die für den Einsatz in der Intralogistik entwickelt wurden. Vorgestellt wird ein … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin Kontaktlose Energieversorgung für FTS in der Intralogistik

Vetter senkt Treibhausgasemissionen durch erneuerbare Energien

Mit der kontinuierlichen Umstellung auf erneuerbare Energien richtet Vetter die Energieversorgung an seinen Standorten auf die Reduktion der Treibhausgasemissionen aus. Der Pharmadienstleister plant, die absoluten Emissionen bis 2034 um 58,8 Prozent … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin Vetter senkt Treibhausgasemissionen durch erneuerbare Energien

INTEGRA unterstützt Einstieg in die Laborautomatisierung

INTEGRA Biosciences startet ein Preisausschreiben, bei dem ein Labor beim Übergang von manuellem Pipettieren zu automatisierten Pipettierprozessen unterstützt werden soll. Das ausgewählte Labor erhält eine individuelle Einführung in die … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin INTEGRA unterstützt Einstieg in die Laborautomatisierung

PULSEspencer R ermöglicht kontaktloses Low Volume Dispensing

Analytik Jena stellt auf der SLAS 2026 International Conference & Exhibition vom 07. bis 11. Februar neue Automatisierungslösungen für Laborworkflows vor. Zu den gezeigten Systemen zählt der PULSEspencer R, das erste Modell einer digitalen und … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin PULSEspencer R ermöglicht kontaktloses Low Volume Dispensing

Haupt-Sidebar

Aktuelle Ausgabe

Newsletter

  • Newsletter Anmeldung
  • Newsletter Archiv

Messekalender

  • BIOFACH

    Die BIOFACH 2026, Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel, findet vom 10. bis 13. Februar 2026 im Messezentrum Nürnberg statt. Als internationaler […]

  • LOPEC Kongress

    Der LOPEC Kongress 2026 findet vom 24. bis 26. Februar 2026 im Messezentrum München statt und gilt als weltweit bedeutendste Kommunikationsplattform […]

  • LOPEC

    Die LOPEC 2026 findet vom 25. bis 26. Februar 2026 in der Messe München statt und gilt als führende internationale Fachmesse mit begleitendem […]

  • EMPACK Dortmund

    Die EMPACK Dortmund 2026 ist die regionale Fachmesse für die Verpackungsindustrie und bietet ein kompaktes Update zu den wichtigsten Innovationen […]

  • LOGISTICS & AUTOMATION Dortmund

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Dortmund 2026 ist die regionale Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss. Im Fokus stehen Produkte, Services und […]

Welkin Media News

Aktuelle Nachrichten aus unseren anderen Online-Portalen Österreichische Chemie Zeitschrift und Österreichische Kunststoffzeitschrift.

  • Colourful Chemistry als Leitmotiv des JCF-Frühjahrssymposiums
    am 10. Februar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Das JCF-Frühjahrssymposium bringt vom 10. bis 13. März 2026 den chemischen Nachwuchs in Köln zusammen. Unter dem Motto Colourful Chemistry stehen Vorträge, Workshops, Austauschformate und die Verleihung des JCF Best Supervisor Award im […]

  • EmpowerDPP: Konzepte und Services zur DPP-Umsetzung
    am 10. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Im Projekt EmpowerDPP entwickeln drei Fraunhofer Cluster of Excellence technische und organisatorische Konzepte zur Umsetzung des digitalen Produktpass, der ab 2027 verpflichtend wird. Darauf aufbauend werden Serviceangebote erarbeitet, insbesondere […]

  • Nordmann erstmals auf der JEC WORLD vertreten
    am 9. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Nordmann ist vom 10. bis 12. März 2026 erstmals auf der JEC WORLD in Paris vertreten. Der Chemiedistributor präsentiert dort sein internationales Portfolio für die Composites-Industrie sowie bestehende und erweiterte Partnerschaften. The post […]

  • SMC Serie LQ3 stärkt Prozesssicherheit durch präzises Fitting
    am 6. Februar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Das Fitting der SMC Serie LQ3 unterstützt die Prozesssicherheit in chemischen Anlagen durch dichte Verbindungen, kontrollierte Montage und eine Konstruktion für aggressive Medien und hohe Reinheitsanforderungen. Der Beitrag SMC Serie LQ3 stärkt […]

  • EcoVadis verleiht Platinmedaille an TOMRA Recycling
    am 6. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    TOMRA Recycling erhält die EcoVadis-Platinmedaille und erreicht 87 von 100 Punkten in der Nachhaltigkeitsbewertung. Damit zählt das Unternehmen zu den besten ein Prozent aller weltweit bewerteten Unternehmen innerhalb der letzten zwölf Monate. […]

  • ACHEMA-Gründerpreis startet in die fünfte Runde
    am 5. Februar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Der ACHEMA-Gründerpreis startet in die fünfte Runde und sucht innovative Gründungsideen für Life Sciences und Prozessindustrie. Bewerbungen sind ab sofort möglich, Finalisten präsentieren sich auf der ACHEMA 2027. Der Beitrag […]

  • EU-Verordnung bringt neue Vorgaben für Kunststoffgranulat
    am 5. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Die EU-Verordnung 2025/2365 bringt neue Pflichten für den Umgang mit Kunststoffgranulat. Ein Webinar am 24.2.2026 der Wirtschaftskammer Österreich informiert über Regelungen, Fristen und Anforderungen entlang der Lieferkette. The post […]

  • Betti Heick verstärkt ab März 2026 den Vorstand von Biesterfeld
    am 4. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Biesterfeld beruft Betti Heick zum 1. März 2026 in den Vorstand der Biesterfeld Group. Die Entscheidung ist Teil eines strukturierten Nachfolgeprozesses und stärkt die strategische Weiterentwicklung in zentralen Märkten und Geschäftseinheiten. […]

  • Michael Hempt übernimmt CEO-Funktion bei Würth Österreich
    am 4. Februar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Michael Hempt übernimmt mit Jänner 2026 die CEO-Funktion bei Würth Österreich. Der interne Führungswechsel steht für Kontinuität, klare Verantwortlichkeiten und eine strategische Weiterentwicklung des Unternehmens. Der Beitrag Michael Hempt […]

  • Kreislaufwirtschaft als Schlüssel für Rohstoffsicherheit
    am 3. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Bei einem Austausch von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit dem Senat der Kreislaufwirtschaft und ecoplus wurden die Rolle der Kreislaufwirtschaft für Rohstoffsicherheit, regionale Wertschöpfung und die erforderlichen gesetzlichen […]

Copyright © 2026 · Welkin Media Verlag