• Skip to main content
  • Skip to secondary menu
  • Zur Hauptsidebar springen

Lebensmittel- & Biotechnologie

Das Fachportal für Lebensmittelindustrie und Biotechnologie

  • Abonnement
  • Impressum
  • Welkin Media Verlag
  • Messekalender
Startseite » Schaden erkannt – Gefahr gebannt

Schaden erkannt – Gefahr gebannt

12. November 2020 von Helmut Mitteregger

Unser Körper kann Schädigungen unseres Erbgutes, die zur Entwicklung von Krebs führen können, mithilfe von Reparaturkomplexen beheben. Wie aber erkennt die Reparaturmaschinerie die Schädigung? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Würzburg und der University of Kent identifizierten jetzt einen Komplex der maßgeblich an der Schadenserkennung in der Nukleotid-Exzisions-Reparatur beteiligt ist. Der Komplex stellt durch seine Schlüsselposition einen Ansatzpunkt für die Forschung an Krebsmedikamenten dar. Die Ergebnisse wurden im renommierten Fachjournal Nucleic Acids Research veröffentlicht.

Für das Überleben einer Zelle ist es enorm wichtig, dass sie Schäden in der DNA, wie zum Beispiel durch UV-Strahlung oder Chemikalien, schnell und effizient reparieren kann. Dafür stehen der Zelle verschiedene Reparaturmechanismen zur Verfügung. Ein bekannter Mechanismus ist die Nukleotid-Exzisions-Reparatur (NER), welche mit einem großen Proteinkomplex der aus zehn Untereinheiten besteht, arbeitet. Das Zusammenspiel der drei Untereinheiten XPD, p44 und p62 trägt essentiell zur Erkennung geschädigter DNA bei, wie die Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Caroline Kisker vom Rudolf-Virchow-Zentrum – Center for Integrative and Translational Bioimaging der Universität Würzburg und Dr. Neil Kad von der University of Kent zeigen konnten. XPD wird unter anderem in der Medizin als Anhaltspunkt für die Prognose der individuellen Wirksamkeit spezieller Medikamente bei Patienten eingesetzt. Durch die aktuelle Studie verstehen die Forscherinnen und Forscher nun besser wie der Reparaturkomplex genau funktioniert.

XPD erkennt spezifisch UV-Schäden

Eine der wichtigsten Untereinheiten im Reparaturkomplex der NER ist das Enzym XPD. XPD trennt während der Reparatur die beiden DNA-Stränge voneinander und ist an der Schadenserkennung beteiligt. Letztendlich ermöglicht XPD so das Ausschneiden der fehlerhaften Stellen aus der DNA. Diese Aufgabe des Enzyms wird durch die Untereinheiten p62 und p44 reguliert und unterstützt. „Bisher vermutete man für p62 vor allem eine stabilisierende Funktion in dem Komplex. Mit unseren Experimenten zeigen wir jetzt, dass diese Untereinheit eine weitere Funktion hat und zu einer besseren Bindung des Enzyms an die DNA beiträgt.“, erklärt Kisker. P62 interagiert offensichtlich auch direkt mit der DNA und verstärkt gleichzeitig die Aktivität des Enzyms XPD. „Der Effekt der besseren Bindung ist vor allem bei geschädigter DNA zu beobachten, allerdings nur wenn alle drei: XPD, p44 und p62 vorhanden sind.“, sagt Kad. Damit erkennt das Enzym schädliche Veränderungen in der DNA und ermöglicht deren effektive Reparatur.

NER als Zielstruktur für Krebsmedikamente

Einige Krebsmedikamente zielen darauf ab die DNA der Krebszellen zu schädigen. Wird nun der Reparaturmechanismus außer Kraft gesetzt, können die Zellen diese Schäden nicht mehr beheben und sterben. Aus diesem Grund suchen Forscherinnen und Forscher nach Möglichkeiten die NER gezielt mit Inhibitoren zu blockieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass DNA-Schäden in Krebszellen die nicht mehr von der NER repariert werden, die körpereigene Immunantwort aktivieren können und so zu einer Bekämpfung der Tumorzellen beitragen. Die Erforschung dieses Komplexes und seiner Funktionsweise wird also auch in Zukunft noch eine wichtige Rolle spielen.

Originalpublikation:
Barnett JT, Kuper J, Koelmel W, Kisker C and Kad NM; „The TFIIH subunits p44/p62 act as a damage sensor during nucleotide excision repair Nucleic” Acids Research (November 2020)
DOI: 10.1093/nar/gkaa973

Die Abbildung zeigt Untereinheiten des Reparaturkomplexes der NER. Durch das Zusammenspiel von p62, p44 und XPD (orange/türkis/blau) werden Schädigungen in der DNA erkannt und können repariert werden. | Abbildung: AG Kisker, RVZ

Kategorie: Forschung, News Stichworte: DNA-Reparatur, Erbgutschädigungen, NER, XPD

Weitere Nachrichten

Selectnutrition wird Teil von TER Chemicals

Die Selectchemie AG hat eine Vereinbarung über den Verkauf ihres Nutrition Geschäftsbereichs an TER Chemicals unterzeichnet. Mit dem Übergang von Selectnutrition an den familiengeführten internationalen Distributor für Spezialchemikalien und … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin Selectnutrition wird Teil von TER Chemicals

Lignin als Ausgangsstoff für bioaktive Moleküle

Der Holzbestandteil Lignin wird an der Universität Graz als Rohstoff für chemische Synthesewege untersucht. Die Chemikerin Katalin Barta entwickelt Verfahren, mit denen sich aus diesem Nebenprodukt der Holzindustrie gezielt bioaktive Moleküle … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin Lignin als Ausgangsstoff für bioaktive Moleküle

Bioraffineriekonzept erzeugt Flugzeugtreibstoff aus Tomatenresten

Ein integriertes Bioraffineriekonzept zur Herstellung von nachhaltigem Flugzeugtreibstoff aus Restbiomasse der Tomatenproduktion steht im Zentrum des EU-Projekts ToFuel. Unter der Koordination der Technischen Universität Graz entwickelt ein … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin Bioraffineriekonzept erzeugt Flugzeugtreibstoff aus Tomatenresten

GEA erweitert Ventiltechnik mit wasserhydraulischer Antriebslösung

GEA hat einen Vertrag zur Übernahme des Geschäfts der Hydract A/S unterzeichnet, einem dänischen Spezialisten für wasserhydraulische Prozessventile. Der Vollzug der Transaktion ist für Ende Januar 2026 vorgesehen. Mit der Übernahme baut GEA seine … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin GEA erweitert Ventiltechnik mit wasserhydraulischer Antriebslösung

Haupt-Sidebar

Aktuelle Ausgabe

Newsletter

  • Newsletter Anmeldung
  • Newsletter Archiv

Messekalender

  • SIGEP WORLD

    Die SIGEP WORLD ist eine der international führenden Fachmessen für die Foodservice-Branche und vereint die Bereiche Gelato, Patisserie & […]

  • Grüne Woche

    Die Grüne Woche Berlin zählt seit 1926 zu den traditionsreichsten und international bedeutendsten Messen für Ernährung, Landwirtschaft und […]

  • all about automation Berlin

    Die all about automation Berlin 2026 feiert am 28. und 29. Januar ihre Premiere in der STATION-Berlin. Als Fachmesse für Industrieautomation, […]

  • LOGISTICS & AUTOMATION Bern

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Bern 2026 ist die größte Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss in der Schweiz. Sie präsentiert modernste […]

  • EMPACK Bern

    Die EMPACK Bern 2026 ist der einzigartige Treffpunkt der Verpackungsindustrie in der Schweiz und bildet den gesamten Verpackungsprozess entlang der […]

Welkin Media News

Aktuelle Nachrichten aus unseren anderen Online-Portalen Österreichische Chemie Zeitschrift und Österreichische Kunststoffzeitschrift.

  • PSI entwickelt Verfahren für stabile, langlebige Festkörperbatterien
    am 15. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Festkörperbatterien werden am Paul Scherrer Institut PSI mit einem neuen Verfahren stabiler und langlebiger. Durch mildes Sintern des Elektrolyten und eine gezielte Grenzflächenstabilisierung lassen sich Dendritenbildung und Leistungsabfall […]

  • Ganzheitliche Prozesslösungen für die Kunststoffverarbeitung
    am 15. Januar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Auf der PlastIndia 2026 präsentiert Coperion ganzheitliche Prozesslösungen für Compoundieren, Recycling und Polyolefine. Gezeigt werden Einzelkomponenten und Gesamtanlagen aus einer Hand, die auf effizienten Betrieb, hohe Zuverlässigkeit, […]

  • BASF nimmt Steamcracker in Zhanjiang termingerecht in Betrieb
    am 14. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Der Steamcracker am neuen BASF-Verbundstandort Zhanjiang ist termingerecht in Betrieb gegangen, nutzt für seine Hauptkompressoren ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen und liefert jährlich bis zu eine Million Tonnen Ethylen für […]

  • Volker Nilles verstärkt ARBURG-Geschäftsführung
    am 14. Januar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Volker Nilles hat am 12. Januar 2026 den Vorsitz der Geschäftsführung von ARBURG übernommen und die sechsköpfige Führungsspitze des Maschinenbauers ergänzt. The post Volker Nilles verstärkt ARBURG-Geschäftsführung appeared first on […]

  • Ultramid®-Polyamid besteht Langzeitanforderungen der E-Mobilität
    am 13. Januar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Die glasfaserverstärkte, halogenarme Ultramid®-Type von BASF wird für Anwendungen der E-Mobilität unter Hydrolysebedingungen in Wasser-Glykol geprüft. Mithilfe von Arrhenius-Analysen lassen sich die Materialeigenschaften auf Einsatzzeiten von […]

  • Brenntag stärkt Partnerschaft mit Women in Chemicals weltweit
    am 13. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Excerpt: Die Partnerschaft zwischen Brenntag und Women in Chemicals wird 2026 global ausgebaut. Ziel ist es, Gleichstellung, berufliche Entwicklung und Vernetzung von Frauen in der chemischen Industrie durch internationale Programme, Konferenzen und […]

  • Neue Recyclingpfade für leistungsfähige Geokunststoffe
    am 12. Januar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Im Projekt Zirk-Tex des Fraunhofer CCPE entstehen neue Ansätze zur Herstellung von Geokunststoffen und Dachbahnen aus bislang ungenutzten Kunststoffabfällen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. The post Neue Recyclingpfade für […]

  • 40 Jahre wire Düsseldorf prägen die globale Drahtindustrie
    am 12. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Die wire Düsseldorf feiert 40 Jahre als globale Leitmesse der Draht- und Kabelindustrie. Mit Wachstum, Internationalität und neuen Formaten wie dem wire & Cable FORUM setzt die wire 2026 weitere Impulse für Innovation, Nachhaltigkeit und […]

  • RFID sicher in PP-Mehrwegbecher integrieren
    am 9. Januar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    RFID ermöglicht die eindeutige Identifikation von PP-Mehrwegbechern und bildet die Grundlage für automatisierte Pfand- und Bezahlsysteme. RINCO ULTRASONICS zeigt, wie der RFID-Chip mithilfe von Ultraschallschweissen dauerhaft und wasserdicht in […]

  • INERATEC realisiert e-SAF-Upgrading am Standort Frankfurt
    am 9. Januar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    INERATEC realisiert e-SAF-Upgrading am Standort Frankfurt und integriert die Aufbereitung von Fischer-Tropsch-Crude zu zertifiziertem synthetischem Flugkraftstoff direkt in die Power-to-X-Anlage ERA ONE. Der Beitrag INERATEC realisiert […]

Copyright © 2026 · Welkin Media Verlag