• Skip to main content
  • Skip to secondary menu
  • Zur Hauptsidebar springen

Lebensmittel- & Biotechnologie

Das Fachportal für Lebensmittelindustrie und Biotechnologie

  • Abonnement
  • Impressum
  • Welkin Media Verlag
  • Messekalender
Startseite » Neurowissenschaftler zeigen, wie die Kommunikation zwischen Gehirnregionen besser funktionieren kann

Neurowissenschaftler zeigen, wie die Kommunikation zwischen Gehirnregionen besser funktionieren kann

24. August 2020 von Helmut Mitteregger

Selektive Kommunikation zwischen verschiedenen Hirnregionen ist entscheidend für die Hirnfunktion. Aber die schwache und spärliche Konnektivität beziehungsweise Vernetzung des Gehirns ist dafür eine große Hürde. In den vergangenen zehn Jahren haben Neurowissenschaftlerinnen und Neurowissenschaftler verschiedene Mittel identifiziert, mit denen dieser Einschränkung entgegengewirkt werden kann. Jetzt haben Wissenschaftler aus dem Iran, Deutschland und Schweden eine neue Rolle der bidirektionalen Verbindungen bei der Beschleunigung der Kommunikation zwischen Gehirnregionen identifiziert. Ihre Ergebnisse haben sie nun im Fachjournal PLoS Computational Biology vorgestellt.

Schwache und spärliche Konnektivität kann im Wesentlichen auf zwei Arten bekämpft werden: entweder durch Synchronie oder durch Schwingungen, so genannte Oszillationen. Im synchronen Modus produzieren viele Neuronen ihre Aktionspotentiale gleichzeitig, wenn sie Reize weiterleiten. Zusammen haben sie im nachgeschalteten Netzwerk eine stärkere Wirkung als einzeln. Im Oszillationsmodus dagegen erhöhen Netzwerkschwingungen die effektive Konnektivität periodisch, indem sie die Membranpotentiale der nachgeschalteten Neuronen, die die Reize empfangen, modulieren.
Die Schwingungen müssen aber in den Sender- und Empfängernetzwerken synchron sein. „Es ist eine offene Frage, wie solche synchronen Schwingungen im Gehirn entstehen können. Vor einiger Zeit haben wir vorgeschlagen, dass die Resonanzeigenschaft neuronaler Netzwerke genutzt werden kann, um synchrone Schwingungen zu erzeugen“, sagt Ad Aertsen vom Bernstein Center Freiburg (BCF) der Albert-Ludwigs-Universität. Resonanz in einem neuronalen Netzwerk bedeutet: Wenn dieses Netzwerk bei einer bestimmten Frequenz stimuliert wird, beginnt es zu schwingen – und der Input hat eine viel größere Wirkung. Diese Idee wird als „Communication through Resonance“ (CTR) bezeichnet.

Kommunikation beschleunigen

Die CTR warf jedoch ein Problem auf: Es braucht mehrere Schwingungszyklen, um die Resonanz im Netzwerk aufzubauen. Zudem muss eine solche Resonanz in jedem nachgeschalteten Netzwerk erneut erzeugt werden. Das bedeutet, dass die Kommunikation über Netzwerke hinweg recht langsam ist. „Wir dachten, dass Synchronie und Oszillationen schnelle beziehungsweise langsame Kommunikationsmodi bieten. Und beide können in verschiedenen Situationen eingesetzt werden. Aber wir blieben bei diesem Thema skeptisch“, erklärt Arvind Kumar von der Königlichen Technischen Hochschule (KTH) Stockholm/Schweden.
Eine Möglichkeit, die Kommunikation zu beschleunigen, besteht darin, die Zeit für den Aufbau der Resonanz zu verkürzen. Zu diesem Zweck konzentrierte sich die Gruppe auf die anatomische Beobachtung von bidirektionalen Verbindungen zwischen Hirnarealen. Das heißt, nicht nur Neuronen vom Sendernetz projizieren zu Empfängerneuronen, sondern manche Neuronen vom Empfängernetz projizieren auch zurück zum Sendernetz. „Solche bidirektionalen Verbindungen sind selten, aber sie reichen aus, um eine Schleife zwischen Sender- und Empfängernetzwerk zu unterstützen“, erklärt Alireza Valizadeh vom Institute for Advanced Studies in Basic Sciences in Zanjan/Iran. Eine wichtige Folge einer solchen Schleife ist, dass in weniger Zyklen eine Resonanz aufgebaut werden kann. Noch wichtiger ist, dass die Schleife das Signal verstärken kann und es nicht notwendig ist, Resonanz in nachfolgenden Netzwerken aufzubauen. Hedyeh Rezaei, Doktorandin an der Zanjan-Universität und Gaststudentin am BCF im Rahmen ihres Forschungsprojekts, sagt: „Es ist bemerkenswert, dass eine solche Schleife von Verbindungen zwischen nur einem Resonanzpaar von Sender- und Empfängernetzwerken die Netzwerkkommunikation mindestens um den Faktor zwei beschleunigen kann.“
Diese neuen Erkenntnisse unterstützen die Idee der Communication through Resonance, bilanziert Ad Aertsen: „Wichtig ist, dass diese Ergebnisse die bidirektionalen Verbindungen zwischen Hirnregionen einer neuartigen Funktion zuteilen, nämlich um die Kommunikation zwischen ihnen schneller und zuverlässiger zu gestalten.“

Originalpublikation:
Rezaei H, Aertsen A, Kumar A, Valizadeh A (2020). Facilitating the propagation of spiking activity in feedforward networks by including feedback. PLOS Computational Biology. 16(8): e1008033.
https://doi.org/10.1371/journal.pcbi.1008033

Schematische Darstellung eines Netzwerks von Netzwerken mit einem Resonanzpaar: 200 erregende Neuronen (E) in jedem Netzwerk, darunter 70 projizierende Neuronen (P) und 50 hemmende Neuronen (I), haben zufällige homogene, spärlich wiederkehrende Verbindungen. Mehrere Netzwerke sind spärlich durch EE-Verbindungen, durch blaue Pfeile angezeigt, in einer Feedforward-Art verbunden. Der rote Pfeil von Netzwerk 2 nach 1 zeigt spärliche zufällige Rückkopplungsverbindungen vom zweiten zum ersten EI-Netzwerk an, die beiden Netzwerke hier als Resonanzpaar bezeichnet. | Grafik: Hedyeh Rezaei

Kategorie: News Stichworte: Beschleunigung, Hirnregionen, Kommunikation, Neurowissenschaft

Weitere Nachrichten

Kontaktlose Energieversorgung für FTS in der Intralogistik

Auf der LogiMAT in Stuttgart stellt die Paul Vahle GmbH & Co. KG vom 24. bis 26. März 2026 Lösungen zur Energieversorgung fahrerloser Transportsysteme vor, die für den Einsatz in der Intralogistik entwickelt wurden. Vorgestellt wird ein … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin Kontaktlose Energieversorgung für FTS in der Intralogistik

Vetter senkt Treibhausgasemissionen durch erneuerbare Energien

Mit der kontinuierlichen Umstellung auf erneuerbare Energien richtet Vetter die Energieversorgung an seinen Standorten auf die Reduktion der Treibhausgasemissionen aus. Der Pharmadienstleister plant, die absoluten Emissionen bis 2034 um 58,8 Prozent … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin Vetter senkt Treibhausgasemissionen durch erneuerbare Energien

INTEGRA unterstützt Einstieg in die Laborautomatisierung

INTEGRA Biosciences startet ein Preisausschreiben, bei dem ein Labor beim Übergang von manuellem Pipettieren zu automatisierten Pipettierprozessen unterstützt werden soll. Das ausgewählte Labor erhält eine individuelle Einführung in die … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin INTEGRA unterstützt Einstieg in die Laborautomatisierung

PULSEspencer R ermöglicht kontaktloses Low Volume Dispensing

Analytik Jena stellt auf der SLAS 2026 International Conference & Exhibition vom 07. bis 11. Februar neue Automatisierungslösungen für Laborworkflows vor. Zu den gezeigten Systemen zählt der PULSEspencer R, das erste Modell einer digitalen und … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin PULSEspencer R ermöglicht kontaktloses Low Volume Dispensing

Haupt-Sidebar

Aktuelle Ausgabe

Newsletter

  • Newsletter Anmeldung
  • Newsletter Archiv

Messekalender

  • BIOFACH

    Die BIOFACH 2026, Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel, findet vom 10. bis 13. Februar 2026 im Messezentrum Nürnberg statt. Als internationaler […]

  • LOPEC Kongress

    Der LOPEC Kongress 2026 findet vom 24. bis 26. Februar 2026 im Messezentrum München statt und gilt als weltweit bedeutendste Kommunikationsplattform […]

  • LOPEC

    Die LOPEC 2026 findet vom 25. bis 26. Februar 2026 in der Messe München statt und gilt als führende internationale Fachmesse mit begleitendem […]

  • EMPACK Dortmund

    Die EMPACK Dortmund 2026 ist die regionale Fachmesse für die Verpackungsindustrie und bietet ein kompaktes Update zu den wichtigsten Innovationen […]

  • LOGISTICS & AUTOMATION Dortmund

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Dortmund 2026 ist die regionale Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss. Im Fokus stehen Produkte, Services und […]

Welkin Media News

Aktuelle Nachrichten aus unseren anderen Online-Portalen Österreichische Chemie Zeitschrift und Österreichische Kunststoffzeitschrift.

  • Colourful Chemistry als Leitmotiv des JCF-Frühjahrssymposiums
    am 10. Februar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Das JCF-Frühjahrssymposium bringt vom 10. bis 13. März 2026 den chemischen Nachwuchs in Köln zusammen. Unter dem Motto Colourful Chemistry stehen Vorträge, Workshops, Austauschformate und die Verleihung des JCF Best Supervisor Award im […]

  • EmpowerDPP: Konzepte und Services zur DPP-Umsetzung
    am 10. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Im Projekt EmpowerDPP entwickeln drei Fraunhofer Cluster of Excellence technische und organisatorische Konzepte zur Umsetzung des digitalen Produktpass, der ab 2027 verpflichtend wird. Darauf aufbauend werden Serviceangebote erarbeitet, insbesondere […]

  • Nordmann erstmals auf der JEC WORLD vertreten
    am 9. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Nordmann ist vom 10. bis 12. März 2026 erstmals auf der JEC WORLD in Paris vertreten. Der Chemiedistributor präsentiert dort sein internationales Portfolio für die Composites-Industrie sowie bestehende und erweiterte Partnerschaften. The post […]

  • SMC Serie LQ3 stärkt Prozesssicherheit durch präzises Fitting
    am 6. Februar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Das Fitting der SMC Serie LQ3 unterstützt die Prozesssicherheit in chemischen Anlagen durch dichte Verbindungen, kontrollierte Montage und eine Konstruktion für aggressive Medien und hohe Reinheitsanforderungen. Der Beitrag SMC Serie LQ3 stärkt […]

  • EcoVadis verleiht Platinmedaille an TOMRA Recycling
    am 6. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    TOMRA Recycling erhält die EcoVadis-Platinmedaille und erreicht 87 von 100 Punkten in der Nachhaltigkeitsbewertung. Damit zählt das Unternehmen zu den besten ein Prozent aller weltweit bewerteten Unternehmen innerhalb der letzten zwölf Monate. […]

  • ACHEMA-Gründerpreis startet in die fünfte Runde
    am 5. Februar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Der ACHEMA-Gründerpreis startet in die fünfte Runde und sucht innovative Gründungsideen für Life Sciences und Prozessindustrie. Bewerbungen sind ab sofort möglich, Finalisten präsentieren sich auf der ACHEMA 2027. Der Beitrag […]

  • EU-Verordnung bringt neue Vorgaben für Kunststoffgranulat
    am 5. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Die EU-Verordnung 2025/2365 bringt neue Pflichten für den Umgang mit Kunststoffgranulat. Ein Webinar am 24.2.2026 der Wirtschaftskammer Österreich informiert über Regelungen, Fristen und Anforderungen entlang der Lieferkette. The post […]

  • Betti Heick verstärkt ab März 2026 den Vorstand von Biesterfeld
    am 4. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Biesterfeld beruft Betti Heick zum 1. März 2026 in den Vorstand der Biesterfeld Group. Die Entscheidung ist Teil eines strukturierten Nachfolgeprozesses und stärkt die strategische Weiterentwicklung in zentralen Märkten und Geschäftseinheiten. […]

  • Michael Hempt übernimmt CEO-Funktion bei Würth Österreich
    am 4. Februar 2026 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Michael Hempt übernimmt mit Jänner 2026 die CEO-Funktion bei Würth Österreich. Der interne Führungswechsel steht für Kontinuität, klare Verantwortlichkeiten und eine strategische Weiterentwicklung des Unternehmens. Der Beitrag Michael Hempt […]

  • Kreislaufwirtschaft als Schlüssel für Rohstoffsicherheit
    am 3. Februar 2026 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Bei einem Austausch von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit dem Senat der Kreislaufwirtschaft und ecoplus wurden die Rolle der Kreislaufwirtschaft für Rohstoffsicherheit, regionale Wertschöpfung und die erforderlichen gesetzlichen […]

Copyright © 2026 · Welkin Media Verlag