Die aws Sustainable Food Systems Initiative (aws SFSI) startet Phase 2 von „Gemeinsam gestalten“ und sucht Innovationen, die zur Weiterentwicklung nachhaltiger Lebensmittelsysteme beitragen. Eingereicht werden können Ideen von Einzelpersonen, Teams und Organisationen, die an den priorisierten Problemfeldern ansetzen. Alle Rechte bleiben bei den Einreichenden, und ausgewählte Projekte werden zu einem professionell begleiteten Co-Creation-Prozess eingeladen.

Lebensmittelsysteme stehen im Zentrum zentraler Zukunftsfragen: Sie bestimmen Klimaeinflüsse, Ressourcenverbrauch, gesundheitliche Belastungen und wirtschaftliche Stabilität. Um gesunde Ernährung, ökologische Entlastung und faire Bedingungen zu ermöglichen, braucht es Innovationen, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette wirksam werden.
Daten als strategische Grundlage für prozessnahe Entscheidungen in Lebensmittelsystemen
Das erste priorisierte Problemfeld betrifft unvollständige, unverbundene oder schwer zugängliche Daten über Klima, Produktion, Logistik und Konsum. Fehlende Messstellen, uneinheitliche Aufzeichnungen und unklare Emissionsfaktoren erschweren prozessnahe Optimierungen, belastbare Bilanzen und Vergleiche zwischen Betrieben. Kleinere Unternehmen verfügen oft nicht über die notwendige digitale Infrastruktur, während proprietäre Lösungen zu isolierten Datensilos führen.
Entlang der Wertschöpfungskette fehlen zudem standardisierte Schnittstellen, wodurch wichtige Informationen nicht geteilt oder integriert werden. Brüche in Rückverfolgbarkeit, Qualitätsmonitoring und Umweltbewertungen verhindern durchgängige Steuerung und schränken Innovationsmöglichkeiten ein.
Lebensmittelverluste als technischer und organisatorischer Engpass
Lebensmittelverluste entstehen in allen Stufen der Wertschöpfungskette und gelten als einer der größten Hemmfaktoren nachhaltiger Lebensmittelsysteme. Auf dem Feld bleiben Produkte ungenutzt, wenn Normen oder Absatzwege fehlen. In Transport und Lagerung führen unterbrochene Kühlketten, Temperaturschwankungen und beschädigte Verpackungen zu Verderb.
Im Handel verursachen Übermengen, kurze Resthaltbarkeiten und optische Standards zusätzliche Verluste. Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung arbeiten häufig mit unsicheren Nachfrageprognosen, was Überschüsse begünstigt. Haushalte tragen durch Missverständnisse über Haltbarkeit oder ungeeignete Lagerbedingungen weiter zu Abfällen bei. Hinzu kommen verarbeitungsbedingte Nebenströme wie Schalen oder Trester, die ohne geeignete Stabilisierung und Qualitätsprüfung meist entsorgt werden.
Wissensflüsse als Voraussetzung für nachhaltige Transformationsprozesse
Ein weiteres priorisiertes Feld betrifft Wissensdefizite und begrenzte Verfügbarkeit verlässlicher Informationen. Schulen und Familien vermitteln Grundlagen zu nachhaltiger Ernährung nicht immer ausreichend, während widersprüchliche Quellen Unsicherheiten schaffen. In Lebensmittelberufen fehlen häufig systematische Inhalte zu nachhaltiger Produktion, Verarbeitung und Konsumweisen.
Diese Lücken wirken sich auf Nachfrage, Entscheidungsprozesse und die Umsetzung technischer Lösungen aus. Unzureichende Wissensflüsse verlangsamen Innovationen in Lebensmittelsystemen, obwohl diese zentral sind, um ökologische und ökonomische Belastungen zu reduzieren.
Der Beitrag von „Gemeinsam gestalten“ zur Weiterentwicklung von Lebensmittelsystemen
„Gemeinsam gestalten“ wurde entwickelt, um Probleme entlang der Lebensmittelkette sichtbar zu machen und darauf aufbauend Lösungen zu fördern. Auch in Phase 2 steht die breite Öffnung für Erfahrungswissen im Mittelpunkt – von Forschung, Unternehmen, Organisationen der Branche bis zu Konsument*innen.
Einreichungen erhalten Zugang zu einem begleiteten Co-Creation-Prozess, der Vernetzung, Wissensaustausch und gemeinsame Weiterentwicklung ermöglicht. Ziel ist die Stärkung von Innovationsprojekten, die auf geeignete Förderungen vorbereitet oder direkt mit Partner*innen umgesetzt werden können.
Einreichbedingungen, Rechte und weiterer Ablauf
Ideen und Lösungsansätze können bis 12. Februar 2026 eingereicht werden. Nach der Bewertung werden ausgewählte Einreicher*innen zu den Project-Development Workshops der Phase 3 eingeladen, in denen Innovationsprojekte gemeinsam ausgearbeitet werden.
Alle Teilnehmenden behalten ihr geistiges Eigentum vollständig. Die Austria Wirtschaftsservice (aws) und beauftragte Dienstleister erhalten ausschließlich das Recht zur Bewertung. Alle Einsichten erfolgen vertraulich und DSGVO-konform. Vor Beginn der dritten Phase wird eine separate Co-Creation-Vereinbarung abgeschlossen, die Vertraulichkeit, Background-IP, Foreground-IP, Nutzung, Veröffentlichung sowie Namensnennung regelt.
Zielsetzung der aws Sustainable Food Systems Initiative
Die aws Sustainable Food Systems Initiative mobilisiert Innovationspotenziale im Bereich nachhaltiger Lebensmittelsysteme und unterstützt diese durch Bewusstseinsbildung, Vernetzung, Know-how-Austausch und monetäre Förderung im Rahmen von „aws Sustainable Food Systems – explore“. Finanziert aus Mitteln des Fonds Zukunft Österreich durch die Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung trägt die Initiative aktiv zur Transformation hin zu resilienteren, ökologisch wie sozial gerechteren Lebensmittelsystemen bei.