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Merck und Siemens kooperieren bei digitaler Wirkstoffentwicklung

1. Oktober 2025 von Birgit Fischer

Merck und Siemens haben ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet, um ihre Partnerschaft in der digitalen Transformation der Life-Science-Branche zu vertiefen. Ziel ist die Entwicklung KI-gestützter Softwarelösungen, die Prozesse von der Wirkstoffforschung bis zur Herstellung effizienter gestalten. Die Kooperation verbindet das Life-Science-Portfolio von Merck mit der Siemens Xcelerator Platform, unterstützt durch die Technologien aus der jüngsten Dotmatics-Übernahme durch Siemens.

Jean-Charles Wirth, Mitglied der Geschäftsleitung von Merck und CEO Life Science, und Cedrik Neike, Mitglied des Vorstandes der Siemens AG und CEO von Siemens Digital Industries, unterzeichnen das Memorandum of Understanding zur vertieften Zusammenarbeit in der digitalen Wirkstoffentwicklung. | Foto: Merck
Jean-Charles Wirth, Mitglied der Geschäftsleitung von Merck und CEO Life Science, und Cedrik Neike, Mitglied des Vorstandes der Siemens AG und CEO von Siemens Digital Industries, unterzeichnen das Memorandum of Understanding zur vertieften Zusammenarbeit in der digitalen Wirkstoffentwicklung. | Foto: Merck

Im Rahmen des MoU sollen digitale Workflows entstehen, die Daten, Automatisierung und künstliche Intelligenz intelligent verknüpfen. So sollen bestehende Lücken in Forschung und biotechnologischer Produktion geschlossen werden. Das erste Pilotprojekt integriert die digitalen Anwendungen und KI-Tools von Merck in die Scientific Intelligence Platform Luma von Siemens. Dadurch erhalten Wissenschaftler Zugang zu einem vernetzten digitalen Ökosystem für schnellere, datengestützte Entscheidungen.

Digitale Tools beschleunigen Wirkstoffentwicklung

Mit dieser erweiterten Partnerschaft wollen beide Unternehmen die Entwicklung lebensrettender Medikamente effizienter gestalten. Jean-Charles Wirth, CEO Life Science bei Merck, erklärt:
„Durch die Zusammenarbeit mit Siemens eröffnen wir Wissenschaftlern neue Möglichkeiten, schneller von der Idee im Labor bis zur zugelassenen Therapie für Patienten zu gelangen. Indem wir unsere Stärken bündeln, wollen wir den wissenschaftlichen Fortschritt beschleunigen.“

Auch Siemens sieht in der Digitalisierung einen Schlüssel zur Beschleunigung der Entwicklung:
„Wir kooperieren mit Merck, um Wissenschaftlern weltweit die Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie die Entwicklung lebensrettender Medikamente beschleunigen können“, so Cedrik Neike, CEO Siemens Digital Industries. „Alle paar Jahre verdoppeln sich die Kosten für die Entwicklung eines neuen Medikaments. Daten, KI und Digitalisierung sind entscheidend, um dieses Paradigma zu durchbrechen.“

Einheitliche Plattform für Forschung und Produktion

Im ersten Schritt der erweiterten Zusammenarbeit planen Merck und Siemens, die KI-basierten Anwendungen von Merck in die Scientific Intelligence Platform Luma einzubinden. Diese Plattform ist Teil des digitalen Ökosystems von Siemens und wurde im Zuge der Dotmatics-Übernahme im Juli 2025 erworben. In Luma sollen Wissenschaftler künftig nicht nur Produkte bestellen, sondern auch direkt auf digitale Werkzeuge und relevante Forschungsdaten zugreifen können – und das alles innerhalb einer zentralen Umgebung. Dadurch soll die Entscheidungsfindung in der Wirkstoffentwicklung datengestützt und deutlich beschleunigt erfolgen.

Darauf aufbauend streben beide Unternehmen eine tiefere Verzahnung ihrer digitalen Lösungen an. Im Fokus stehen dabei unter anderem benutzerfreundliche Schnittstellen und intelligente Datenmanagement-Funktionen, die die Anwendung komplexer Technologien vereinfachen. Darüber hinaus prüfen Merck und Siemens die Einführung digitaler Marktplätze, über die Kunden gezielt zusätzliche Technologien und Services abrufen können.

Digitale Technologien stehen für beide Partner im Zentrum ihrer strategischen Ausrichtung, um die Weiterentwicklung der Life-Science-Branche aktiv mitzugestalten. Die vertiefte Kooperation soll dazu beitragen, neue digitale Standards zu etablieren und Lösungen bereitzustellen, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Hersteller effizienter zu konkreten Ergebnissen führen. Dieses aktuelle Abkommen baut auf früheren Vereinbarungen zwischen Merck und Siemens im Bereich der intelligenten Fertigung auf.

Kategorie: Firmen, News Stichworte: KI, Merck, MoU, Siemens, Wirkstoffentwicklung

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