Merck hat in Cork, Irland, eine neue Produktionsstätte für Filtrationsprodukte eröffnet. Die Investition in Höhe von 150 Millionen Euro ist Teil eines strategischen Ausbaus im Unternehmensbereich Life Science. Es handelt sich um die erste Merck-Anlage, die vollständig klimaneutral betrieben wird. Der Produktionsstart ist für das vierte Quartal 2025 vorgesehen.

Die neue Fertigungseinheit soll die Versorgung mit Filtrationslösungen für die biopharmazeutische Industrie stärken. Sie ist auf wachsende weltweite Nachfrage ausgelegt und zielt darauf ab, regionale Lieferketten zu stabilisieren und die Produktionskapazitäten innerhalb Europas zu erhöhen.
Filtrationsprodukte für moderne Therapien
Die Produktionsanlage im Blarney Business Park umfasst 3.000 Quadratmeter Reinraumfläche. Dort werden künftig Filtrationsprodukte hergestellt, die bei aseptischen Verarbeitungsprozessen, der Tangentialflussfiltration und der Virusfiltration zum Einsatz kommen.
Diese Technologien sind entscheidend für sterile Herstellungsbedingungen, die Aufreinigung biotechnologisch produzierter Wirkstoffe und die Entfernung von Viruskontaminationen. Die Produkte werden unter anderem in Impfstoffen, monoklonalen Antikörpern sowie Zell- und Gentherapien eingesetzt.
Nachhaltige Energie- und Ressourcennutzung
Die Anlage wird zu 100 Prozent mit Energie aus erneuerbaren Quellen betrieben. Ein integriertes Wärmerückgewinnungssystem ermöglicht eine jährliche Einsparung von rund 61 Tonnen CO2-Äquivalenten. Zudem werden bis zu 95 Prozent des eingesetzten Umkehrosmosewassers im Herstellungsprozess wiederverwendet.
Merck verfolgt das Ziel, bis 2040 weltweit klimaneutral zu wirtschaften. Die neue Produktionsstätte markiert einen wichtigen Schritt auf diesem Weg.
Regionale Versorgung stärken
Durch die Fertigung vor Ort sollen länderübergreifende Abhängigkeiten verringert und die Versorgungssicherheit für Kunden verbessert werden. Der Standort Cork ist Teil eines 440 Millionen Euro umfassenden Investitionsprogramms, das auch den Ausbau des Merck-Standorts Carrigtwohill einschließt.
Jean-Charles Wirth, Mitglied der Geschäftsleitung von Merck und CEO Life Science, erklärt:
„Irland ist ein wichtiger Standort für die Biopharmabranche, an dem Produkte nicht nur für Europa, sondern für die ganze Welt hergestellt und Innovationen vorangetrieben werden. Durch den Ausbau unserer Produktionskapazitäten in Cork stärken wir unser Produktions- und Liefermodell in der Region für die Region und verkürzen Lieferzeiten. Außerdem bieten wir unseren Kunden verlässlichen Zugang zu Filtrationstechnologien, die für die Entwicklung und Herstellung ihrer Therapien unentbehrlich sind.“
Teil eines globalen Expansionsprogramms
Die neue Anlage ist Teil der weltweit größten Investitionsoffensive von Merck im Unternehmensbereich Life Science. Bereits 2020 kündigte das Unternehmen an, zwei Milliarden Euro in die globale Erweiterung seiner Kapazitäten zu investieren, um der wachsenden Nachfrage in Europa, China und den USA zu begegnen.