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Klimahöfe-Initiative untersucht Wege zu emissionsarmer Milch

3. Dezember 2025 von Birgit Fischer

Mit der Klimahöfe-Initiative verfolgen Dr. Oetker, die Molkerei Gropper und Moers Frischeprodukte das Ziel, neue Ansätze für eine emissionsärmere Milchproduktion systematisch zu prüfen. Grundlage bildet die Zusammenarbeit mit sechs Partnerhöfen, die das gemeinsame Joint Venture in Moers beliefern und über drei Jahre hinweg unterschiedliche Maßnahmen erproben. Die Ergebnisse sollen belastbare Hinweise darauf liefern, welche Verfahren unter realen Betriebsbedingungen wirksam sind und sich wirtschaftlich tragen.

Das Projektteam „Klimahöfe“ (v.l.): Steffen Berchtold (Gropper), Katharina Hackstein (Molkerei Moers Frischeprodukte), Simon Ickerott (Landwirtschaftskammer NRW), Matthias Fried (Molkerei Moers Frischeprodukte), Xian Tian, Elias Schwenk, Alexander Sack und Jan Bethge (alle Dr. Oetker). | Foto: Dr. Oetker
Das Projektteam „Klimahöfe“ (v.l.): Steffen Berchtold (Gropper), Katharina Hackstein (Molkerei Moers Frischeprodukte), Simon Ickerott (Landwirtschaftskammer NRW), Matthias Fried (Molkerei Moers Frischeprodukte), Xian Tian, Elias Schwenk, Alexander Sack und Jan Bethge (alle Dr. Oetker). | Foto: Dr. Oetker

Die Klimahöfe evaluieren neben der Fütterung und Futtererzeugung auch Tierhaltung, Jungviehaufzucht, Energieeinsatz und Nährstoffmanagement. Die einzelnen Ansatzpunkte werden hinsichtlich ihrer Wirksamkeit, Umsetzbarkeit und Kosten geprüft. Ergänzend dient ein Fokusbetrieb dazu, den CO₂-Fußabdruck der Milchproduktion gezielt zu senken. Fachliche Begleitung erhält das Projekt von der Landwirtschaftskammer NRW, wodurch eine solide und vergleichbare Datenbasis gewährleistet wird.

Emissionsquellen der Milchproduktion und Ansatzpunkte der Klimahöfe

Bei der Produktion von Milch entstehen verschiedene klimarelevante Gase, deren Ursachen klar identifizierbar sind. Methan wird vor allem bei den Verdauungsprozessen der Kühe freigesetzt, während Lachgas bei der Lagerung von Gülle und beim Anbau von Futtermitteln entsteht. Ergänzungsfuttermittel, die für leistungsstarke Kühe nötig sind, besitzen aufgrund komplexer Verarbeitungsschritte und längerer Transportwege oft eine ungünstigere Klimabilanz.

Die Klimahöfe setzen an diesen Stellschrauben an und analysieren deren Wirkung im praktischen Betrieb. Veränderungen in der Fütterung, der Qualität des erzeugten Futters oder der Struktur der Tierhaltung bieten weitreichende Möglichkeiten zur Emissionsminderung. Ebenso wichtig sind Maßnahmen beim Energieeinsatz und beim Management von Nährstoffen, die häufig erhebliche Einsparpotenziale bergen. Ziel ist es, die verschiedenen Einflussgrößen nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel zu betrachten, um tragfähige Gesamtlösungen zu entwickeln.

Zusammenarbeit als Treiber der Weiterentwicklung

Claudia Willvonseder, Mitglied der Geschäftsführung bei Dr. Oetker, betont die Bedeutung der gemeinsamen Arbeit mit den beteiligten Höfen und der Molkerei Gropper. Die Klimahöfe zeigen aus ihrer Sicht, dass Veränderungen möglich sind, wenn Betriebe passende Maßnahmen identifizieren und konsequent umsetzen. Die Kombination aus Praxisnähe, Motivation und Austausch bildet dabei eine wichtige Grundlage.

Auch Heinrich Gropper, Inhaber und Geschäftsführer der Molkerei Gropper, unterstreicht den Wert des kooperativen Vorgehens. Er verweist darauf, dass Nachhaltigkeit nur gemeinsam gelingt und die Landwirtinnen und Landwirte konkrete Unterstützung benötigen, um neue Ideen zu testen und weiterzuentwickeln. Der direkte Austausch und das gemeinsame Lernen machen die Klimahöfe aus seiner Sicht zu einem wertvollen Projekt mit breiter Wirkung.

Struktur, Region und zeitlicher Rahmen der Klimahöfe

Die Klimahöfe-Initiative erstreckt sich über die Jahre 2026 bis 2028 und umfasst sechs Milchviehbetriebe in den Regionen Niederrhein und Westmünsterland. Alle beteiligten Höfe beliefern Moers Frischeprodukte, das gemeinsame Produktions-Joint-Venture von Dr. Oetker und der Molkerei Gropper, das seit Juli 2018 in Moers tätig ist. Die regionale Struktur ermöglicht die Einbindung bestehender Lieferketten und realer Produktionsbedingungen, was für belastbare Ergebnisse entscheidend ist.

Die fachliche Begleitung durch die Landwirtschaftskammer NRW gewährleistet, dass die Klimahöfe methodisch sauber arbeiten und ihre Ergebnisse vergleichbar bleiben. Ergänzende externe Beratende tragen dazu bei, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und die Datengrundlage zu stärken. So kann das Projekt zeigen, wie einzelne Maßnahmen im Zusammenspiel wirken und wie sie später skaliert werden können.

Unternehmensprofile der Projektpartner

Die Molkerei Gropper wurde 1929 gegründet und zählt heute zu den führenden deutschen Anbietern von Handelsmarken. Am Standort Bissingen produziert das Unternehmen ein breites Sortiment, das von Milch und Desserts über Kaffeegetränke und Smoothies bis hin zu Bio-Mineralwasser reicht. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Copacking für Markenartikelunternehmen, das die Marktstellung zusätzlich stärkt.

Dr. Oetker bringt mit zahlreichen Produktions- und Vertriebsgesellschaften in über 40 Ländern eine breite internationale Erfahrung ein. 2024 erzielte das Unternehmen gemeinsam mit der Conditorei Coppenrath & Wiese einen Umsatz von 4,26 Milliarden Euro. Mit mehr als 16.500 Mitarbeitenden zählt Dr. Oetker zu den bedeutenden Markenartikelunternehmen der Ernährungsindustrie und erweitert mit seinem Know-how die inhaltliche Basis der Klimahöfe-Initiative.

Kategorie: News Stichworte: CO2, Klimahöfe, Klimaschutz, Milchwirtschaft

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