Merck treibt den Ausbau seiner digitalen Leistungsfähigkeit voran und nutzt dafür eine neue HPC-Infrastruktur, die gemeinsam mit Lenovo und Equinix in München aufgebaut wurde. Das System soll die Forschung in den Unternehmensbereichen Life Science, Healthcare und Electronics beschleunigen und datenintensive Prozesse effizienter unterstützen.

Die HPC-Installation verbindet moderne Servertechnologie, Flüssigkeitskühlung und ein KI-bereites Rechenzentrum und bildet damit einen zentralen Baustein der Digitalstrategie von Merck. Sie schafft die Grundlage für leistungsfähige Datenverarbeitung, flexible Skalierung und eine engere Verzahnung wissenschaftlicher Arbeitsabläufe im gesamten Unternehmen.
HPC als Motor für Innovation in Life Science, Healthcare und Electronics
Mit der Einführung des HPC-Systems verfolgt Merck das Ziel, Forschungs- und Entwicklungsprozesse in verschiedenen Unternehmensbereichen zu verbessern. Im Life-Science-Geschäft profitieren die Teams von einer beschleunigten Bereitstellung komplexer Modelle, wodurch Produktentwicklungen effizienter gestaltet und wissenschaftliche Experimente in größerem Umfang durchgeführt werden können.
Im Healthcare-Segment ermöglicht HPC eine schnellere Analyse großer Datenmengen, was präzisere Auswertungen in der Arzneimittelforschung unterstützt. Durch reduzierte Berechnungszeiten lassen sich Entwicklungszyklen verkürzen und Forschungsprozesse zielgerichteter planen. Für den Bereich Electronics, insbesondere in der Halbleiterindustrie, bietet die erweiterte Rechenleistung Vorteile bei Simulationen neuer Materialien, deren Entwicklung ein hohes Maß an datengetriebener Modellierung erfordert.
Die HPC-Infrastruktur sorgt insgesamt dafür, Fragmentierung zu verringern, interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken und digitale Forschungsprozesse im gesamten Unternehmen voranzubringen.
Energieeffizienz und Nachhaltigkeit als Bestandteil moderner HPC-Strukturen
Ein wesentlicher Bestandteil des neuen HPC-Systems ist die Ausrichtung auf Energieeffizienz. Die Neptune®-Flüssigkeitskühlungstechnologie von Lenovo wurde entwickelt, um anspruchsvolle Arbeitslasten zuverlässig und energiearm zu betreiben. Sie gewährleistet eine konstante Kühlung und ermöglicht damit einen nachhaltigen Rechenzentrumsbetrieb. Das KI-bereite Equinix-Rechenzentrum in München bietet dafür die baulichen Voraussetzungen und unterstützt eine umweltbewusste Nutzung der HPC-Plattform.
Ergänzend trägt die hybride Cloud-Struktur zur effizienten Nutzung der Ressourcen bei. Die Kombination privater und öffentlicher Cloud-Komponenten ermöglicht die elastische Verteilung von Rechenkapazitäten und schafft eine leistungsfähige Umgebung für langfristige Modellierungsprojekte. Für Merck ist diese strategische Ausrichtung ein wichtiger Schritt, um digitale Prozesse dauerhaft zu verankern und wissenschaftliche Entwicklungen nachhaltig zu gestalten. HPC spielt hierbei eine zentrale Rolle, da zukünftige Anwendungen zunehmend auf datenintensiven Verfahren und KI-basierten Systemen beruhen.
Gemeinsame Umsetzung leistungsfähiger und nachhaltiger HPC-Infrastruktur
Die erfolgreiche Realisierung der HPC-Plattform ist das Ergebnis einer engen Kooperation zwischen Merck, Lenovo und Equinix. Lenovo brachte umfangreiche Erfahrung in Serverarchitektur und Flüssigkeitskühlung ein, wodurch die Leistungsfähigkeit und Energieeffizienz des Systems maßgeblich geprägt wurden. Equinix stellte eine Infrastruktur bereit, die den nachhaltigen Betrieb des HPC-Systems ermöglicht und zugleich auf zukünftige Erweiterungen ausgelegt ist.
Laura Matz, Chief Science and Technology Officer bei Merck, betonte die Bedeutung der HPC-Infrastruktur für wissenschaftliche Entwicklungen im Unternehmen. Sie verwies darauf, dass Zeit- und Kosteneinsparungen entstehen, die es den Teams ermöglichen, mehr Experimente durchzuführen und Fortschritte in allen drei Geschäftsbereichen schneller zu realisieren.
Auch Lenovo sieht in der gemeinsamen Entwicklung ein Beispiel für die Verbindung leistungsfähiger Technologie mit Nachhaltigkeitszielen. Andreas Thomasch, Director und Chief Technology Officer für Deutschland und Österreich, unterstrich, dass die Neptune™-Flüssigkeitskühlung selbst anspruchsvollste Arbeitslasten effizient unterstützt und damit Fortschritte in Wissenschaft und Industrie ermöglicht.
Harmeen Mehta, Chief Digital and Innovation Officer bei Equinix, ordnete die Zusammenarbeit als Modellprojekt ein, in dem Rechenleistung, digitale Infrastruktur und wissenschaftliche Innovation zusammenwirken. Ihrer Einschätzung nach zeigt die HPC-Plattform, wie verantwortungsvoll skalierte digitale Systeme neue Perspektiven für die Lösung globaler Herausforderungen eröffnen können.