Mit dem Health Hub Tirol entsteht in Innsbruck ein Standort, der Laborflächen, Werkstätten, Büroräume, Services für Unternehmensgründung und -skalierung sowie Zugang zu einem internationalen Investorennetzwerk an einem Ort vereint. Die Einrichtung wurde im West Park eröffnet und bietet auf 4.000 m² die Infrastruktur, die für Forschung, Entwicklung und Unternehmensaufbau im Life-Sciences-Bereich benötigt wird.

Das Angebot richtet sich an Startups, Jungunternehmen und universitäre Ausgründungen, die auf moderne Labortechnik, Beratungsservices und kapitalnahe Unterstützung angewiesen sind. Die Bereitstellung dieser Strukturen trägt dazu bei, Laborlücken zu schließen, Gründungsvorhaben zu beschleunigen und die Rahmenbedingungen für Unternehmen aus Medizintechnik, Pharma, Biotechnologie und E-Health zu verbessern.
Investitionen und strukturelle Zielsetzung des Health Hub Tirol
Die Einrichtung des Health Hub Tirol ist das Resultat eines mehrjährigen Engagements des Landes Tirol und der Standortagentur Tirol. Rund 10 Millionen Euro flossen in Förderprogramme, den Aufbau moderner Infrastruktur und die Entwicklung von Services, die speziell auf die Anforderungen der Life-Sciences-Branche ausgerichtet wurden. Am Standort im Innsbrucker West Park stehen moderne Labor- und Büroräume, Werkstätten und Gemeinschaftsflächen zur Verfügung, die auf die technische und organisatorische Komplexität der Branche zugeschnitten sind.
Diese Investitionen erfolgen vor dem Hintergrund eines österreichweit dynamisch wachsenden Life-Sciences-Sektors. Rund 1.170 Unternehmen, etwa 73.400 Beschäftigte, über 24.000 Forschende und mehr als 68.000 Studierende sind in diesem Bereich tätig. Tirol verfügt über mehr als 80 spezialisierte Unternehmen, acht Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen sowie fast 10.000 Studierende, die das regionale Ökosystem prägen. Der Health Hub Tirol bündelt einen wesentlichen Teil dieses Potenzials räumlich und organisatorisch.
Einbindung regionaler Akteure und Bedeutung für die Standortentwicklung
Landesrat Mario Gerber betont, dass die Life Sciences in Tirol mehr als 10.000 Arbeitsplätze und nahezu vier Milliarden Euro Umsatz generieren. Der Health Hub Tirol soll dieses Umfeld stärken, indem er Talente, Forschungseinrichtungen und Unternehmen in unmittelbarer Nähe zueinander positioniert. Die Struktur erlaubt es, Ausgründungsprozesse zu beschleunigen und jungen Unternehmen den Zugang zu relevanten Partnern zu erleichtern, was insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit und den Transfer von Forschungsergebnissen unterstützt.
In diesem Kontext ist der Health Hub Tirol auch auf schnelle und koordinierte Zusammenarbeit ausgelegt. Durch die räumliche Konzentration unterschiedlicher Einrichtungen und Dienstleistungen entstehen kurze Wege zwischen Forschung, Entwicklung und operativer Umsetzung. Der Standort trägt zudem dazu bei, stark nachgefragte Laborflächen bereitzustellen, die für die Entwicklung neuer technologischer Ansätze erforderlich sind.
Infrastruktur, Services und Kapitalzugang im Health Hub Tirol
Die Infrastruktur des Health Hub Tirol umfasst moderne Laborräume, Werkstätten für Prototypenentwicklung sowie Büroflächen und Gemeinschaftsbereiche. Diese Kombination adressiert Anforderungen, die in frühen und fortgeschrittenen Entwicklungsphasen gleichermaßen relevant sind. Der Standort ist eng mit dem Gründungszentrum Start-up Tirol verbunden, das unterstützende Services im Bereich Gründung und Finanzierung bereitstellt.

Zu den angebotenen Dienstleistungen zählen Beratungsformate für Geschäftsaufbau, Finanzierungsstrategien und Skalierung. Durch die Einbindung des internationalen Investorennetzwerks der Standortagentur Tirol erhalten Unternehmen zudem Zugang zu Partnern, die für Projekte mit langen Entwicklungszeiten und hohen Kosten entscheidend sind. Geschäftsführer Klaus Weinberger verweist darauf, dass Entwicklungsverläufe in den Life Sciences oft zehn bis vierzehn Jahre dauern und Investitionen im Milliardenbereich erfordern.
Zusammenspiel von Infrastruktur und wissenschaftlicher Exzellenz
Tirol verfügt über Universitäten, Forschungseinrichtungen und eine klinische Infrastruktur, die für die Life Sciences zentral ist. Der Health Hub Tirol schafft die räumlichen und organisatorischen Voraussetzungen, diese Einrichtungen enger mit Unternehmen und Ausgründungsprojekten zu verbinden. Die bereitgestellten Laborflächen und Werkstätten werden für experimentelle Forschung, technische Entwicklung und präklinische Arbeiten genutzt, während die Büroräume und Services administrative und strategische Abläufe unterstützen.
Diese Kombination ermöglicht kontinuierliche Entwicklungsprozesse innerhalb eines einzigen Standorts. Der Health Hub Tirol ist damit so gestaltet, dass Forschungsaktivitäten, Prototypenentwicklung, organisatorische Planung und Investorengespräche in unmittelbarer Nähe stattfinden können, was den zeitlichen Ablauf komplexer Projekte erleichtert.
Unternehmen und Forschungsprojekte im Health Hub Tirol
Im Health Hub Tirol haben sich bereits mehrere Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen angesiedelt, die das neue Zentrum für ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeiten nutzen. Dazu zählt Sola Diagnostics, ein 2020 gegründetes Unternehmen, das auf jahrzehntelanger Forschung zu Frauengesundheit basiert und Diagnostiktests zur Früherkennung gynäkologischer Krebserkrankungen entwickelt. Auch Cyprumed arbeitet im Health Hub Tirol. Das Unternehmen entwickelt Technologien, die es ermöglichen, bisher nur per Injektion verabreichte Medikamente in Tablettenform einzunehmen, und hat im Frühjahr 2025 eine Lizenz- und Optionsvereinbarung mit einem US-Pharmaunternehmen im Umfang von rund 500 Millionen US-Dollar unterzeichnet.
Der renommierte Wissenschaftler Josef Penninger und sein Team sind ebenfalls im Health Hub Tirol tätig. Mit Angios wird dort ein Modell menschlicher Blutgefäße im Labor nachgebildet, das bei der Erforschung neuer Therapien gegen chronische Wunden sowie Gefäßprobleme bei Diabetes und Krebs eingesetzt wird. Darüber hinaus arbeiten weitere Unternehmen in Bereichen wie Patientendatenverarbeitung, Arzneimittelkandidaten-Screening, Beratung und Deep-Tech-Investments am Standort, darunter AKEDIS, KinCon Biolabs, LIT Health und Onsight Ventures. Diese Unternehmen nutzen die bereitgestellte Infrastruktur für spezifische Forschungs-, Entwicklungs- und Organisationsprozesse und tragen zur thematischen Breite des Zentrums bei.
Thematische Vielfalt und technologische Ausrichtung
Die Projekte am Standort decken ein Spektrum ab, das von Diagnostik und Wirkstoffentwicklung über digitale Gesundheitsanwendungen bis hin zu Investitionsaktivitäten reicht. Die im Health Hub Tirol tätigen Akteure nutzen die Labor- und Werkstattbereiche sowie die räumliche Nähe zu universitären Forschungseinrichtungen, um experimentelle und technische Arbeiten durchzuführen. Diese Vielfalt zeigt die Bandbreite der Themen, die im Life-Sciences-Ökosystem Tirol vertreten sind und nun am Standort zusammengeführt werden.