Am NIZO Food Innovation Campus im niederländischen Ede entsteht eine offene Pilotinfrastruktur für Präzisions- und Biomassefermentation in Lebensmittelqualität. GEA realisiert die Anlage für die Biotechnology Fermentation Factory (BFF) und stellt damit eine professionell betriebene Umgebung für die Validierung und Skalierung fermentationsbasierter Prozesse bereit.

Die Pilotinfrastruktur ist als Open-Access-Angebot konzipiert und richtet sich an Start-ups sowie Lebensmittel- und Ingredients-Hersteller. Sie ermöglicht es, Fermentation über den Labormaßstab hinauszuführen und belastbare Prozess- und Produktdaten für den Übergang in Richtung industrielle Fertigung zu erzeugen. Der Betriebsbeginn der Anlage ist für das Jahr 2027 vorgesehen.
Offene Fermentation schließt die Lücke zwischen Labor und Industrie
In der Präzisions- und Biomassefermentation stellt der Übergang von erfolgreichen Laborversuchen zur industriellen Umsetzung häufig eine zentrale Hürde dar. Insbesondere die Validierung unter realistischen Bedingungen der Lebensmittelqualität ist entscheidend, um technische Risiken zu minimieren und fundierte Entwicklungs- und Investitionsentscheidungen zu treffen.
Mit der offenen Pilotinfrastruktur der BFF wird dieser Zwischenschritt systematisch adressiert. Unternehmen erhalten Zugang zu einem konsistenten Prozessumfeld, das industrielle Anforderungen abbildet und die Übertragbarkeit von Fermentationsergebnissen erleichtert. Dadurch verkürzt sich der Weg von der Laborentwicklung zur industriellen Reife.
GEA liefert integrierte Fermentation von Upstream bis Downstream
GEA übernimmt Lieferung, Installation und Inbetriebnahme einer integrierten Anlage für Präzisionsfermentation. Die Linie bildet den vollständigen Prozess von Upstream bis Downstream ab und schließt auch die Automatisierung ein. Zentrale Komponenten sind ein 1.000-Liter- und ein 10.000-Liter-Fermenter.

Die technische Auslegung ermöglicht eine kontrollierte Fermentation in Lebensmittelqualität – von der Medienvorbereitung über die Prozessführung bis hin zu Zellernte und Filtration zur Rückgewinnung und Reinigung. Ergänzender Inbetriebnahme- und Validierungs-Support stellt sicher, dass reproduzierbare, entscheidungsrelevante Datensätze entstehen, während sensible Informationen wie Organismen, Rezepturen und Geschäftszahlen geschützt bleiben.
Fermentation in Lebensmittelqualität ermöglicht marktreife Muster
Die offene Pilotinfrastruktur richtet sich an Unternehmen, die präzisionsfermentierte Zutaten und alternative Proteine entwickeln, ebenso wie an Projekte zu funktionellen Biomolekülen für Lebensmittel und Ingredients. Durch die Skalierung der Fermentation können Produktmengen hergestellt werden, die für sensorische Bewertungen und Anwendungstests erforderlich sind.
BFF stellt hierfür buchbare Kapazitäten, Prozess-Know-how und etablierte Qualitätsverfahren bereit. Die Fermentation erfolgt konsequent unter Lebensmittelstandards und erlaubt Pilot- und Demo-Kampagnen, deren Ergebnisse direkt in die weitere Produktentwicklung einfließen. So entstehen anwendungsreife Muster anstelle ausschließlich laborbasierter Daten.
Campus-Integration verbindet Fermentation und Weiterverarbeitung

Die Pilotinfrastruktur ist auf dem NIZO Food Innovation Campus angesiedelt und ergänzt die bestehenden Pre-Pilot-Assets der BFF.
NIZO ist ein unabhängiges Food-Research-Institut in Ede und begleitet Start-ups von der Konzeptprüfung bis zum Pilotversuch in Lebensmittelqualität.
Darüber hinaus ist die Fermentationsanlage direkt mit der Pilotinfrastruktur für nachgelagerte Verarbeitung von NIZO verbunden. Dadurch können Fermentation, Primärrückgewinnung sowie Konzentration und Reinigung an einem Standort durchgeführt werden. Diese Integration ermöglicht durchgängige Prozessketten im professionellen Maßstab.
Open-Access-Betrieb sichert Zugang und Finanzierung
Die Biotechnology Fermentation Factory betreibt die Anlage als gemeinnützige, frei zugängliche Infrastruktur. Ziel ist es, fermentationsbasierte Innovationen effizienter und sicherer vom Labor in Richtung industrieller Reife zu führen und den Zugang zu Pilotkapazitäten zu erleichtern.
Die Finanzierung des Projekts wird durch das Programm „Cellulaire Agricultuur Nederland (CAN)” des Nationalen Wachstumsfonds unterstützt. Ergänzend beteiligen sich die regionale Entwicklungsagentur OOST NL sowie private Kofinanzierungspartner wie NIZO.