Auf der Fruit Logistica 2026 vom 4. bis 6. Februar in Berlin präsentiert die Fraunhofer-Einrichtung für Additive Produktionstechnologien IAPT einen Cobot für den Fruchthandel. Der Roboter übernimmt zentrale Arbeitsschritte wie das Greifen, Sortieren und Konfektionieren unterschiedlicher Früchte und ist für den kollaborativen Einsatz mit Menschen ausgelegt.

Der Cobot zielt darauf ab, den zunehmenden Personalmangel sowie physisch belastende Tätigkeiten im Obsthandel abzufedern. Grundlage der Lösung sind additiv gefertigte Greifsysteme, eine anpassbare Sensorik und die systematische Integration in bestehende oder neue Automationsumgebungen.
Cobot als Antwort auf Personalmangel und körperliche Belastung
Der entwickelte Cobot unterstützt Betriebe im Fruchthandel bei repetitiven und ergonomisch anspruchsvollen Tätigkeiten. Er übernimmt Aufgaben, die bislang manuell ausgeführt werden, und trägt so zur Stabilisierung der Arbeitsabläufe bei. Durch den kollaborativen Ansatz kann der Cobot direkt im bestehenden Arbeitsumfeld eingesetzt werden.
Die sichere Zusammenarbeit von Mensch und Cobot erfolgt unter Einhaltung der geltenden Sicherheitsanforderungen. Der Roboter ist darauf ausgelegt, Mitarbeitende zu entlasten, ohne Produktionsprozesse grundlegend umzustellen. Damit eignet sich die Lösung sowohl für Einstiegsszenarien als auch für den schrittweisen Ausbau automatisierter Abläufe.
Additiv gefertigter Greifer und intelligente Sensorik
Zentrales Element des Systems ist ein vom Fraunhofer IAPT entwickelter Greifer, der mittels Additiver Fertigung aus Silikon hergestellt wird. Das Material eignet sich für die automatisierte Handhabung empfindlicher und druckanfälliger Obstsorten und erfüllt die Anforderungen der Lebensmittelindustrie. Durch die additive Herstellung lassen sich Form und Funktion gezielt anpassen.
Der Greifer kombiniert Saug- und Fingergreifmechanismen in einem Bauteil. Diese Funktionsintegration beschleunigt die Arbeitsabläufe, da ein Wechsel des Greifarms für unterschiedliche Früchte oder Prozessschritte nicht erforderlich ist. Ergänzend ermöglicht die eingesetzte Sensorik einen adaptiven Greifprozess bei variierenden Formen und Positionen der Produkte.
Je nach Einsatzgebiet kann der Cobot mit Sensoriken von einfachen Abstandssensoren bis zu kamerabasierten Systemen ausgestattet werden. Computer Vision und Künstliche Intelligenz erkennen Objekte und ihre Lage und steuern die Bewegungen des Cobot, sodass auch wechselnde Produktgeometrien zuverlässig gehandhabt werden.
Flexible Integration und wirtschaftliche Umsetzung
Das Fraunhofer IAPT begleitet Unternehmen bei der Einführung des Cobot von der Analyse der individuellen Anforderungen bis zur Implementierung im Betrieb. Dazu zählen die Entwicklung eines geeigneten Automationskonzeptes, das Design und die Additive Produktion des Greifsystems sowie die Integration der erforderlichen Sensorik.
Bestehende Robotersysteme können durch individuell angepasste Greifer ergänzt werden, deren Größe, Anzahl und Form der Finger variieren. KI-gestützte Bildverarbeitung erhöht dabei die Stabilität und Robustheit der Automationsprozesse. Der modulare Aufbau ermöglicht es, einzelne Komponenten oder komplette Systeme entlang der gesamten Prozesskette einzusetzen.
Mit dem Cobot, den Silikongreifern und der Sensorik liefert das Fraunhofer IAPT eine wirtschaftliche Antwort auf Herausforderungen wie Personalmangel, fehleranfällige Automation und körperliche Überlastung. Die Lösungen basieren auf langjähriger Erfahrung in der industriellen Additiven Fertigung und sind auf geringe Komplexität sowie gut zugängliche Technologie ausgelegt.