In Irland entsteht derzeit eine großtechnische Anlage zur Erzeugung von Biomethan, die gezielt auf die Nutzung industrieller Rückstände aus der Brau- und Brennereiwirtschaft ausgerichtet ist. Für das Projekt am Standort Monasterevin in der Grafschaft Kildare errichtet der deutsche Anlagenbauer WELTEC BIOPOWER im Auftrag von Evergreen Agricultural Enterprises Limited eine Biomethananlage mit direkter Anbindung an das nationale Gasnetz.

Die Anlage ist auf eine kontinuierliche Einspeisung von Biomethan ausgelegt und soll nach einer Gesamtprojektlaufzeit von elf Monaten Mitte 2026 in Betrieb gehen. Grundlage der Planung sind regionale Produktionsrückstände, die weder für die Futtermittelproduktion geeignet noch mit landwirtschaftlichen Nutzungen in Konkurrenz stehen und damit eine eigenständige Rohstoffbasis für den Anlagenbetrieb bilden.
Direkte Gasnetzanbindung als zentrales Planungskriterium
Ein wesentliches Merkmal des Projekts ist die unmittelbare Nähe der Biomethananlage zum nationalen Gasnetz. Der Standort in Monasterevin ermöglicht eine direkte Einspeisung des aufbereiteten Biomethans ohne vorgelagerte Transport- oder Speicherstufen. Dadurch wird die erzeugte Energie unmittelbar in die bestehende Infrastruktur integriert, was sowohl den Betrieb vereinfacht als auch zusätzliche Emissionen vermeidet.
Neben der Netzanbindung bietet der Standort logistische Vorteile durch seine Lage an der Schnellstraße M7. Anlieferung der Substrate sowie Abtransport der Gärreste lassen sich effizient organisieren. Aus Sicht des Betreibers Evergreen Agricultural Enterprises Limited ist diese Kombination aus Verkehrsanbindung und Netznähe ein entscheidender Faktor für den wirtschaftlichen und technischen Betrieb der Biomethananlage.
Industrielle Rückstände statt landwirtschaftlicher Einsatzstoffe
Die Biomethananlage ist konsequent auf die Nutzung von Produktionsrückständen und Nebenprodukten aus der irischen Bier- und Whiskeyindustrie ausgelegt. Diese Stoffe fallen kontinuierlich an, sind in ausreichender Menge verfügbar und eignen sich nicht als Tierfutter. Damit wird eine Nutzungskonkurrenz mit der Futtermittelproduktion vermieden.
Der bewusste Verzicht auf Grassilage unterstreicht dieses Konzept. Betreiber und Anlagenbauer setzen damit auf eine Rohstoffbasis, die unabhängig von landwirtschaftlichen Flächen ist. Das Projekt positioniert sich dadurch klar als industrielle Biomethanlösung, die vorhandene Reststoffe energetisch nutzt, ohne bestehende Wertschöpfungsketten der Landwirtschaft zu beeinträchtigen.
Großdimensionierte Edelstahlanlage mit kurzer Bauzeit
Das rund 50 Millionen Euro umfassende Projekt besteht aus vier Fermentern und einem Nachgärer aus Edelstahl mit einem Volumen von jeweils 4.900 Kubikmetern. Ergänzt wird die Anlage durch drei weitere Behälter zur Lagerung flüssiger Substrate. Insgesamt ist die Biomethananlage auf eine jährliche Verarbeitungskapazität von 165.000 Tonnen ausgelegt.

Trotz dieser Dimensionen ist die Bauzeit eng getaktet. Die reine Bauphase beträgt sechs Monate, während die gesamte Projektlaufzeit mit Planung, Montage und Inbetriebnahme elf Monate umfasst. Nach Angaben von WELTEC BIOPOWER verläuft der Bau planmäßig, die mechanische Fertigstellung ist für Ende dieses Jahres vorgesehen.
Aufbereitung zu Biomethan mittels Membrantechnologie
Für eine stabile und effiziente Vergärung sorgen in den Behältern drei rotierende Langachsrührwerke sowie drei Tauchmotorrührwerke. Das entstehende Biogas wird in Fermentern mit Doppelmembrandach gesammelt und anschließend weiterverarbeitet. Die Aufbereitung zu Biomethan erfolgt mittels Membrantechnologie.
Nach der Inbetriebnahme produziert die Anlage stündlich rund 1.300 Normkubikmeter Biomethan. Das entspricht einem jährlichen Energieäquivalent von etwa 110 Gigawattstunden. Über einen Einspeisepunkt gelangt das aufbereitete Gas in das nur rund 20 Meter entfernte öffentliche Gasnetz.
Eigene Energieversorgung und geregelte Gärrestverwertung
Für den Betrieb der Biomethananlage ist vor Ort ein Blockheizkraftwerk installiert, das eine elektrische Leistung von etwa einem Megawatt bereitstellt. Die erzeugte Energie deckt den Eigenbedarf der Anlage, während die entstehende Wärme zur Beheizung der Fermenter genutzt wird. Damit ist der Anlagenbetrieb energetisch integriert ausgelegt.
Die jährlich anfallenden rund 65.000 Tonnen Gärreste werden in einer überdachten Betonlagune gelagert. Nach der Separation in flüssige und feste Fraktionen werden sie an Landwirte abgegeben. Die Verwertung der Gärreste ist damit organisatorisch vom Substrateinsatz getrennt, bleibt aber regional verankert.
Beitrag zu Irlands ambitionierten Biomethanzielen
Mit der Anlage in Kildare entsteht die bislang größte Biomethananlage Irlands. Nach Angaben von Evergreen Agricultural Enterprises Limited war neben der technischen Auslegung insbesondere die kurze Liefer- und Bauzeit ausschlaggebend für die Vergabe des Auftrags an WELTEC BIOPOWER.
Das Projekt fügt sich in die energiepolitischen Ziele der irischen Regierung ein. Bis 2030 sollen jährlich 5,7 Terawattstunden Biomethan im Inland produziert werden. Dafür sind sowohl Erweiterungen bestehender Anlagen als auch neue, technisch ausgereifte Projekte erforderlich. Die Anlage in Monasterevin gilt dabei als Beispiel für eine großskalige Umsetzung auf Basis industrieller Rückstände.