• Skip to main content
  • Skip to secondary menu
  • Zur Hauptsidebar springen

Lebensmittel- & Biotechnologie

Das Fachportal für Lebensmittelindustrie und Biotechnologie

  • Abonnement
  • Impressum
  • Welkin Media Verlag
  • Messekalender
Startseite » BELIS-Projekt entwickelt neue Modelle für Leguminosenzüchtung

BELIS-Projekt entwickelt neue Modelle für Leguminosenzüchtung

11. Oktober 2024 von Birgit Fischer

Das EU-Projekt BELIS stärkt die europäische Leguminosenzüchtung durch innovative Züchtungsinstrumente und effiziente Kooperationsmodelle. Leguminosen, auch Hülsenfrüchte, tragen durch Stickstoffbindung zur Bodenverbesserung bei und haben großes Potenzial für nachhaltige Landwirtschaft.

Lgeuminosen / Hülsenfrüchte: Die Weiße Lupine gilt als eine wichtige Kulturpflanze für die menschliche und tierische Ernährung. | Foto: Deutsche Saatgutveredelung AG
Die Weiße Lupine gilt als eine wichtige Kulturpflanze für die menschliche und tierische Ernährung. | Foto: Deutsche Saatveredelung AG

Unter der Leitung von Prof. Dr. Marcus Mergenthaler (Fachhochschule Südwestfalen) arbeitet das Team mit der Deutsche Saatveredelung AG (DSV) zusammen. Gemeinsam entwickeln sie in einem Living-Lab-Modell zukunftsweisende Lösungen für die europäische Leguminosenzüchtung, die den gesamten Wertschöpfungsprozess integrieren.

BELIS – Breading European Legumes for Increased Sustainability

Das von der Europäischen Union im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon Europe geförderte Projekt läuft seit einem guten Jahr. Im Fokus stehen die Entwicklung effizienter Züchtungsinstrumente, eine Optimierung der wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen sowie die Sicherung eines intensiven Innovations- und Wissenstransfers über eine Plattform für potenzielle nationale und internationale Partnerschaften. Wissenschaftler der Fachhochschule Südwestfalen haben im Projekt den Aufgabenbereich der Entwicklung von innovativen Kooperations- und Geschäftsmodellen übernommen. Beim ersten Jahrestreffen im belgischen Melle bei Gent stellten die Agrarier dem Forschungskonsortium erste Ergebnisse vor.

Leguminosen: großes Potenzial, marginaler Anbau

Leguminosen, im deutschen Sprachraum auch als Hülsenfrüchte bezeichnet, spielen in Europa sowohl für die Futtermittelproduktion als auch in der Humanernährung eine wichtige Rolle. Sie weisen einen hohen Proteingehalt auf und bieten darüber hinaus Entlastungspotenziale und Leistungen für die Umwelt, indem die Pflanzen atmosphärischen Stickstoff binden und zur Auflockerung und Wirtschaftlichkeit bestehender Fruchtfolgen entscheidend beitragen können. Trotz ihres großen Potenzials ist der Anbau von Hülsenfrüchten in Europa marginal. Ein Hauptgrund ist der Mangel an hochertragreichen und angepassten Sorten, die aktuellen qualitativen Standards für Lebens- und Futtermittel entsprechen, sodass die Importraten für pflanzliche Proteine nach Europa immer noch hoch sind. Mit dem Projekt BELIS soll diese Lücke über den intensiveren Einsatz fortschrittlicher Züchtungsmethoden und eine intensivere Zusammenarbeit zwischen den Akteur*innen aus öffentlicher Forschung und bestehender Züchtungspraxis geschlossen werden.

Bündelung von Expertise, Erfahrung und Ressourcen

Unter der Leitung von Prof. Dr. Marcus Mergenthaler wird ein Team der Fachhochschule Südwestfalen, Fachbereich Agrarwirtschaft, die Grundlagen für neue Kooperations- und Geschäftsmodelle entwickeln, die eine intensivere und effizientere Hülsenfruchtzüchtung ermöglichen sollen. Zunächst werden bestehende Kooperations- und Geschäftsstrukturen von mehr als 20 Partnerinstitutionen wie Züchtungsunternehmen und Forschungsinstitutionen erhoben und ausgewertet.

„Uns interessiert besonders, welche Strukturen haben sich in der Praxis als zielführend und leistungsfähig erwiesen, um möglichst zum Ende des Projekts einen fundierten Maßnahmenkatalog mit Empfehlungen für eine erfolgreiche Leguminosenzüchtung vorstellen zu können“, beschreibt Lars Wernze, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt, das Vorgehen. Dabei ist das Team bereits auf vielversprechende Ansätze gestoßen. So berichtet der Agrar-Ingenieur von einer Kooperation zwischen dem Lippstädter Pflanzenzucht- und Saatgutunternehmen Deutsche Saatveredelung AG (DSV) mit einer aus öffentlichen Mitteln geförderten Forschungseinrichtung.

Dabei konnten die Forscher*innen u.a. Versuchsstandorte im Sortenprüfnetzwerk der DSV nutzen. Im Gegenzug erhielt die DSV die Vertriebsrechte für die gemeinsam entwickelten Sorten. Der Bündelung von Expertise, Erfahrung und Ressourcen ist es zu verdanken, dass hier in vergleichsweise kurzer Zeit signifikanter Zuchtfortschritt erreicht und durch neue Sorten vermarktet werden konnte.

Living-Lab: Praxisnahe Forschung

Auch das Projektteam um Prof. Dr. Mergenthaler arbeitet intensiv mit der DSV zusammen. Die Kooperation basiert auf dem methodischen Ansatz eines Living-Labs (Real-Labor). Bei der Entwicklung eines innovativen oder idealen Geschäftsmodells werden demnach nicht nur Aspekte aus Forschung und Pflanzenzucht betrachtet, vielmehr geht es darum, möglichst alle Ansprüche und Interessen entlang der Wertschöpfungskette zu berücksichtigen. Dazu zählen Produzent*innen von Hülsenfrüchten aus der Landwirtschaft, ebenso wie Vertreter*innen aus Verarbeitung und Vertrieb.

„Wir möchten Beteiligte aus allen Bereichen zusammenbringen und die Kooperation stärken. Im Rahmen von Workshops können beispielsweise spezifische Bedarfe aus der Industrie, also wie muss das Produkt beschaffen sein, damit es sich gut vermarkten lässt, oder wie lassen sich potenziell enthaltene, wertmindernde Inhaltsstoffe minimieren, an die Produzent*innen weitergegeben werden“, hebt Prof. Dr. Mergenthaler die Vorteile eines Living-Lab-Konzeptes hervor.

Dahinter steckt die Idee, Veränderungen und Innovationen durch die Interaktion von Expert*innen aus verschiedenen Fachdisziplinen anzustoßen. Wissenschaftlich begleitet durch Evaluation in einem natürlichen Experimentierfeld, ermöglicht diese Vorgehensweise einen niedrigschwelligen Wissenstransfer, schafft Transparenz und fördert den Austausch aller am Projekt Beteiligten. Daraus können idealerweise wertvolle Kennzeichen für eine effiziente Hülsenfruchtforschung und -züchtung gewonnen werden.

Hintergrundinformation

Das von „Horizon Europe“ der Europäischen Union finanzierte Projekt BELIS startete im Oktober 2023 mit dem Titel „Züchtung europäischer Leguminosen für mehr Nachhaltigkeit“. Damit soll eine solide Basis für die Leguminosenzüchtungsgemeinschaft in Forschung und Industrie in ganz Europa geschaffen werden. Das Konsortium besteht aus 34 Partnern aus 18 Ländern, darunter Forschungsinstitute, Pflanzenzüchter, Saatgutunternehmen, Sortenzulassungsbehörden und Landwirtschaftliche Beratungsdienste. Fokus liegt auf der Vermittlung von Wissen und Informationen zu innovativen Züchtungsinstrumenten und optimierten Sorten an alle Akteur*innen der Wertschöpfungskette sowie auf der Beschreibung, Bewertung und Entwicklung von Geschäfts- und Kooperationsmodellen. Das Projekt konzentriert sich dabei auf die sieben Futterleguminosen Rot-, Weiß- und Horn- und Perser Klee, Luzerne, Esparsette und Wicke sowie auf die sieben Körnerleguminosen Erbse, Ackerbohne, Sojabohne, Weiße Lupine, Linse, Kichererbse und Gartenbohne.

Kategorie: Forschung, News Stichworte: BELIS, Hülsenfrüchte, Leguminosen, Züchtung

Weitere Nachrichten

GEA AWP launcht ValveCalc 9.0

GEA AWP präsentiert mit ValveCalc 9.0 eine überarbeitete Version seines Auslegungsprogramms für die industrielle Kälte- und Wärmetechnik. Die Software umfasst aktualisierte Normen, eine integrierte Mediadatenbank und ein neues Berechnungsmodul für … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin GEA AWP launcht ValveCalc 9.0

Energieeffizienz als zentraler Faktor für Süßwaren- und Snackanlagen

Auf der ProSweets Cologne 2026 rückt Energieeffizienz in der Süßwaren- und Snackindustrie stärker denn je in den Mittelpunkt. Steigende Energiekosten, regulatorische Vorgaben und Klimaschutzziele führen dazu, dass Hersteller ihre Produktionsanlagen … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin Energieeffizienz als zentraler Faktor für Süßwaren- und Snackanlagen

Klimahöfe-Initiative untersucht Wege zu emissionsarmer Milch

Mit der Klimahöfe-Initiative verfolgen Dr. Oetker, die Molkerei Gropper und Moers Frischeprodukte das Ziel, neue Ansätze für eine emissionsärmere Milchproduktion systematisch zu prüfen. Grundlage bildet die Zusammenarbeit mit sechs Partnerhöfen, die … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin Klimahöfe-Initiative untersucht Wege zu emissionsarmer Milch

DECA Award 2025 prämiert das Projekt AHEAD

Der DECA Award Industrie 2025 geht an AIT und Takeda für das NEFI-Projekt AHEAD, dessen Hochtemperatur-Wärmepumpendemonstrator CO₂-freie Dampferzeugung für industrielle Anwendungen ermöglicht. Die Technologie nutzt natürliche Kältemittel und saisonal … [Weiterlesen...] Infos zum Plugin DECA Award 2025 prämiert das Projekt AHEAD

Haupt-Sidebar

Aktuelle Ausgabe

Newsletter

  • Newsletter Anmeldung
  • Newsletter Archiv

Messekalender

  • SIGEP WORLD

    Die SIGEP WORLD ist eine der international führenden Fachmessen für die Foodservice-Branche und vereint die Bereiche Gelato, Patisserie & […]

  • Grüne Woche

    Die Grüne Woche Berlin zählt seit 1926 zu den traditionsreichsten und international bedeutendsten Messen für Ernährung, Landwirtschaft und […]

  • all about automation Berlin

    Die all about automation Berlin 2026 feiert am 28. und 29. Januar ihre Premiere in der STATION-Berlin. Als Fachmesse für Industrieautomation, […]

  • LOGISTICS & AUTOMATION Bern

    Die LOGISTICS & AUTOMATION Bern 2026 ist die größte Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss in der Schweiz. Sie präsentiert modernste […]

  • EMPACK Bern

    Die EMPACK Bern 2026 ist der einzigartige Treffpunkt der Verpackungsindustrie in der Schweiz und bildet den gesamten Verpackungsprozess entlang der […]

Welkin Media News

Aktuelle Nachrichten aus unseren anderen Online-Portalen Österreichische Chemie Zeitschrift und Österreichische Kunststoffzeitschrift.

  • Christian Doppler Labor forscht zum biologischen Abbau von WSP
    am 9. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Am Zentrum für Mikrobiologie und Umweltsystemwissenschaften der Universität Wien entsteht das neue CD-Labor, das den biologischen Abbau von WSP (Wasserlöslichen Polymeren) untersucht und zentrale chemische sowie mikrobiologische Prozesse für ein […]

  • Niederösterreich stärkt Zukunft der Bahntechnologie
    am 9. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Mit einer klaren Schwerpunktsetzung auf Bahntechnologie positioniert sich Niederösterreich strategisch als zentrale Drehscheibe für Mobilität und Infrastruktur der kommenden Jahre. The post Niederösterreich stärkt Zukunft der Bahntechnologie […]

  • Color TOC erweitert farbige Beschichtungen im Coil-Coating
    am 5. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Henkel erweitert das TOC-Verfahren um Color TOC, eine farbige Beschichtungslösung, die Schutzleistung und markenrelevantes Design für Metalloberflächen im Coil-Coating vereint. Der Beitrag Color TOC erweitert farbige Beschichtungen im […]

  • Clearmelt-Competence-Center optimiert PUR-Prozesse
    am 5. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    ENGEL unterstützt anspruchsvolle PUR-Projekte mit dem neuen clearmelt-Competence-Center, das Prozessketten verkürzt, Effizienz steigert und Logistikaufwände reduziert. The post Clearmelt-Competence-Center optimiert PUR-Prozesse appeared first on […]

  • MSV zeigte umfassende Impulse für die industrielle Transformation
    am 4. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Die 66. MSV zeigte 2025 eindrucksvoll die Transformation zentraler Industriesektoren. Die Ausstellung präsentierte Technologien, internationale Delegationen und Schlüsseltrends, die für die Zukunft der tschechischen Industrie prägend sind. The […]

  • Einreichungsstart für den Innovationspreis „Best CO₂ Utilisation“
    am 4. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Ab sofort können Unternehmen ihre Beiträge für den Innovationspreis „Best CO₂ Utilisation“ 2026 einreichen. Die Auszeichnung wird im Rahmen der CO₂-based Fuels and Chemicals Conference vergeben, die am 28. und 29. April 2026 in Köln […]

  • BASF und ExxonMobil entwickeln Methanpyrolyse gemeinsam weiter
    am 3. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    BASF und ExxonMobil treiben die Methanpyrolyse durch eine strategische Kooperation und eine geplante Demonstrationsanlage voran, um die Technologie für emissionsarmen Wasserstoff industriell nutzbar zu machen. Der Beitrag BASF und ExxonMobil […]

  • MDX Serie unterstützt EU-konforme Kunststoffverarbeitung
    am 3. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Die MDX Serie von MEAF unterstützt die EU-konforme Kunststoffverarbeitung durch IV-Erhöhung, Dekontamination und Desodorierung recycelter Thermoplaste. Auf der K 2025 präsentierte MEAF die Serie erstmals und demonstrierte deren flexible […]

  • KISSSEs verbessert Laserprozesse für effiziente Elektrolyseure
    am 2. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Die Chemie Zeitschrift Österreichs)

    Mit dem Projekt KISSSEs entsteht im Rheinischen Revier eine neue Technologieplattform, die die Herstellung von Protonenaustauschmembran-Elektrolyseuren kostengünstiger gestalten soll. Das Fraunhofer ILT und regionale Partner bündeln dafür ihre […]

  • Flexloop optimiert Reinigung im mechanischen Recycling
    am 2. Dezember 2025 von Birgit Fischer (Österreichische Kunststoffzeitschrift)

    Flexloop von Lindner und Procter & Gamble nutzt eine lösungsmittelbasierte Extraktion, um Polymerketten von Verunreinigungen zu befreien. Die so erzielte Reinheit ermöglicht Rezyklate für sensible Anwendungen wie Kosmetik- und […]

Copyright © 2025 · Welkin Media Verlag