Vom 24. bis 26. März 2026 findet die analytica conference in München statt und begleitet parallel die Weltleitmesse analytica für Labortechnik, Analytik und Biotechnologie. Unter dem Leitthema „Science meets industry“ bildet die Konferenz das gesamte Spektrum der analytischen Chemie, Bioanalytik und Diagnostik ab.

Die analytica conference umfasst rund 190 Vorträge in 45 Sessions sowie Preisverleihungen und eine Posterschau. Behandelt werden aktuelle Entwicklungen und Trends in den analytischen Wissenschaften, darunter Digitalisierung, Automatisierung und der Einsatz von Methoden der Künstlichen Intelligenz.
Digitalisierung, Automation und Daten in der analytica conference
Mehrere Sessions der analytica conference befassen sich mit der zunehmenden Digitalisierung analytischer Arbeitsprozesse. In den Vortragsreihen „Digital analytical sciences“ und „The next generation (analytical) laboratory“ werden Konzepte vorgestellt, die zeigen, wie automatisierte und vernetzte Labore umgesetzt werden und welche Anforderungen sich daraus für Arbeitsabläufe und Infrastruktur ergeben.
Mit der steigenden Automatisierung wächst auch die Menge an generierten Daten. Die Sessions „Laboratory data – the hidden treasure“ und „Use cases in data science“ thematisieren den Umgang mit großen Datenbeständen, deren Auswertung sowie mögliche Anwendungen. Ergänzend dazu behandelt „Open source and data security“ Fragen der Datensicherheit und digitalen Souveränität. In diesem Zusammenhang wird Cybersicherheit auch aus der Perspektive potenzieller Angreifer betrachtet.
Analytische Verfahren in der Lebensmittel- und Umweltforschung
Im Programm der analytica conference finden sich mehrere Beiträge zur Analyse von Lebensmitteln und Umweltproben. In der Session „Food analysis and science supported by AI and digital innovations“ werden digitale Methoden vorgestellt, darunter Konzepte zu digitalen Lebensmittelzwillingen. Zudem wird gezeigt, wie Proteomics-Verfahren genutzt werden, um Eigenschaften wie die Backqualität von Weizen zu beurteilen.
Weitere Vorträge befassen sich mit der Fettanalytik in archäologischen Speiseresten, dem Nachweis von Mikroplastik im Trinkwasser sowie der botanischen Herkunftsanalyse von Honig. Ein zusätzlicher Themenblock widmet sich der Non-Target-Analytik, mit der auch unbekannte Inhaltsstoffe erfasst werden können. Diese Ansätze werden in der Session „Behind foodomics“ erläutert.
Medizinische Diagnostik, Metabolomik und Forensik
Die analytica conference greift auch Anwendungen analytischer Methoden in der Medizin auf. Die klinische Massenspektrometrie wird im Zusammenhang mit dem Neugeborenen-Screening vorgestellt, während die Durchflusszytometrie zur präzisen Diagnostik von Blutkrebs eingesetzt wird. Ergänzend dazu zeigen Beiträge aus der Bioanalytik, wie Stoffwechselprozesse mit modernen Methoden untersucht werden können.
Unter dem Titel „Metabolomics/Lipidomics“ präsentieren Forschende aus China, Deutschland, Großbritannien, Österreich, Polen, Spanien und der Schweiz ihre Arbeiten. Thematisiert wird unter anderem der Zusammenhang zwischen Stoffwechselprodukten und Unfruchtbarkeit. Die internationale Zusammensetzung der Session verdeutlicht die Bandbreite der behandelten Fragestellungen.
Ein weiterer Programmbereich wird von der Gesellschaft für Toxikologische und Forensische Chemie gestaltet. Dort werden unter anderem Verfahren zum Nachweis tödlicher Insulin-Dosierungen vorgestellt sowie aktuelle Entwicklungen zur Opioid-Situation in Europa diskutiert. Auch Nitazene, hochwirksame Designer-Opioide mit einer deutlich stärkeren Wirkung als Morphin, sind Gegenstand der Vorträge.
Instrumentelle Analytik und nachhaltige Laboransätze
Neben anwendungsbezogenen Themen werden auf der analytica conference auch neue Entwicklungen in der instrumentellen Analytik vorgestellt. Sessions zur Chromatographie und Spektroskopie geben Einblick in aktuelle methodische und technische Fortschritte. Ergänzt wird das Programm durch Beiträge zum „grünen Labor der Zukunft“, in denen nachhaltige Konzepte für Laborbetrieb und Ressourcenverbrauch thematisiert werden.
Das wissenschaftliche Programm der analytica conference wird von der Gesellschaft Deutscher Chemiker, der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie sowie der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin organisiert. Veranstaltungsort ist das ICM direkt neben den Messehallen in München. Ein Kongress-Planer steht online zur Verfügung und unterstützt die Planung des Konferenzbesuchs. Der Zugang zur Konferenz ist sowohl im Besucher- als auch im Ausstellerticket der analytica enthalten.