Die analytica 2026 zeigt, wie sich Laborarbeit ressourcenschonender gestalten lässt. Auf der Weltleitmesse für Labortechnik, Analytik und Biotechnologie vom 24. bis 27. März 2026 in München stehen neue Geräte, Methoden und digitale Ansätze für das Green Lab im Zusammenhang von Messe, Konferenz und Rahmenprogramm.

Behandelt werden unter anderem nachhaltige Messtechniken, der reduzierte Einsatz von Chemikalien, Miniaturisierung und 3D-Druck sowie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Aussteller, Forschende und Konferenzbeiträge veranschaulichen, wie diese Ansätze in der Laborpraxis umgesetzt werden können.
Neue Messtechniken und nachhaltige Analytik
Neue Messtechniken verändern die analytische Praxis und leisten einen messbaren Beitrag zur Ressourcenschonung im Labor. Auf der analytica 2026 zeigen Aussteller und Forschende Verfahren, die Materialeinsatz und Arbeitsschritte reduzieren und damit zentrale Anforderungen des Green Lab adressieren. Der Ansatz liegt dabei weniger in Einzelmaßnahmen als in grundlegend angepassten Analysekonzepten.
Ein Beispiel sind sogenannte elektronische Nasen in der Massenspektrometrie. Der analytica Aussteller Plasmion hat eine Ionisationstechnik entwickelt, mit der sich Schadstoffspuren und andere Substanzen direkt in festen, flüssigen oder gasförmigen Proben detektieren lassen. Da eine aufwändige Probenvorbereitung entfällt, sinkt der Verbrauch von Chemikalien und Hilfsmaterialien deutlich. Die nachhaltige Wirkung entsteht somit unmittelbar aus der veränderten analytischen Vorgehensweise und unterstützt die Umsetzung des Green Lab im Laboralltag.
Instrumentelle Analytik und Ressourcenschonung
Auch in der instrumentellen Analytik ist das Green Lab eng mit neuen Verfahren verbunden. Ein zentrales Beispiel ist die superkritische Flüssigchromatographie, bei der flüssiges CO₂ als mobile Phase eingesetzt wird. Dieses Verfahren reduziert den Einsatz organischer Lösemittel, die in konventionellen chromatographischen Methoden in größeren Mengen erforderlich sind.
Darüber hinaus wirkt sich die Methode auf den Energiebedarf aus. Aufgrund der geringeren Viskosität des superkritischen CO₂ verringert sich der Pumpaufwand während der Analyse. Auf der analytica 2026 sind alle großen Anbieter von SFC-Systemen vertreten, darunter Agilent, Knauer, PerkinElmer, Shimadzu, Thermo Fisher und Waters. Damit wird deutlich, dass das Green Lab zunehmend auch durch etablierte instrumentelle Standards getragen wird.
Miniaturisierung und 3D-Druck für das Green Lab
Ein weiterer Ansatz zur Ressourcenschonung liegt in der Miniaturisierung analytischer Systeme. Kleinere Geräte benötigen weniger Lösemittel und Chemikalien und lassen sich effizienter betreiben. Dieser Zusammenhang ist Bestandteil der analytica conference Session „Towards sustainable HPLC“, in der sowohl Miniaturisierung als auch superkritische Flüssigchromatographie thematisiert werden.
Konkret geht es um Mikrofluidik-Chips für die Hochleistungsflüssigchromatographie, die mithilfe von 3D-Druckern hergestellt werden können. Diese Komponenten lassen sich mit gängigen Pumpen und Detektoren kombinieren und flexibel in bestehende Laborsysteme integrieren. Auch die Session „Green analytical labs of the future“ widmet sich dem Green Lab. Vorgestellt wird unter anderem ein 3D-gedrucktes Laborsystem, das Chromatographie und Bioassays kombiniert und mit Solarstrom betrieben wird.
Regulierung, Praxisbeispiele und Digitalisierung im Green Lab
Neben technischen Entwicklungen greift die analytica 2026 auch regulatorische und organisatorische Aspekte des Green Lab auf. In den analytica Foren erhalten Besucher Informationen zu gesetzlichen Vorgaben und lernen anhand von Best-Practice-Beispielen, wie nachhaltige Konzepte im Labor umgesetzt werden können.
Ein Schwerpunkt liegt auf Verbrauchsmaterialien aus Kunststoff, die im Laboralltag weiterhin unverzichtbar sind. Aussteller wie Eppendorf, Integra und Omnilab stellen ihre Produktportfolios schrittweise auf nachhaltigere Lösungen um. Eppendorf produziert bereits ausgewählte Tubes, Pipettenspitzen und weitere Verbrauchsmaterialien aus biobasierten Kunststoffen. Ergänzt werden diese Ansätze durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Digitale Datenerfassung, KI-gestützte Auswertung und optimierte Versuchsdesigns tragen dazu bei, Energie und Materialien einzusparen und das Green Lab strukturell weiterzuentwickeln.