Mit dem Projekt AHEAD setzt Takeda gemeinsam mit dem AIT Austrian Institute of Technology einen neuen Standard für nachhaltige Energieversorgung in der Industrie. Am 22. September 2025 wurde am Standort Wien ein weltweit einzigartiges Wärmepumpensystem offiziell in Betrieb genommen, das Prozessdampf vollständig ohne fossile Energieträger erzeugt.

AHEAD ist die erste industrielle Anwendung einer dampferzeugenden Hochtemperatur-Wärmepumpe, die mit 100 Prozent natürlichen Kältemitteln arbeitet. Das Projekt ist Teil der Forschungsinitiative NEFI – New Energy for Industry und wurde durch den Klima- und Energiefonds gefördert. Es zeigt eindrucksvoll, wie enge Kooperationen zwischen Industrie und Forschung den Weg zur klimafreundlichen Arzneimittelproduktion bereiten können.
CO₂-freie Prozesswärme für industrielle Anwendungen
Der Advanced Heat Pump Demonstrator (AHEAD) markiert einen Wendepunkt in der industriellen Wärmeversorgung. Als erstes Projekt seiner Art ermöglicht es die vollständige Erzeugung von Prozessdampf ohne fossile Brennstoffe. Die dampferzeugende Wärmepumpe wurde von der SPH Sustainable Process Heat GmbH entwickelt und ist in der Lage, mithilfe natürlicher Kältemittel und Dampfverdichtern Prozesstemperaturen von über 200 °C zu erreichen – deutlich über den für die pharmazeutische Produktion bei Takeda benötigten 184 °C bei 11 bar(a).
Ein zentraler Bestandteil des Konzepts ist die intelligente Nutzung bestehender Kälteanlagen am Standort sowie deren saisonal verfügbarer Abwärme. Diese Integration erlaubt eine CO₂-freie Dampferzeugung über einen Zeitraum von mehr als sieben Monaten im Jahr. Das jährliche Einsparpotenzial liegt bei bis zu 1.600 Tonnen CO₂, was rund 80 Prozent der bisherigen Emissionen durch Prozesswärme am Standort Wien, Lange Allee 24, entspricht.
Forschungspartnerschaft stärkt Prozesswärme-Innovation mit AHEAD
Das Projekt AHEAD wurde 2022 von Takeda in Zusammenarbeit mit dem AIT Austrian Institute of Technology initiiert und im Rahmen von NEFI – New Energy for Industry durch den Klima- und Energiefonds aus Mitteln des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur gefördert. Das Vorhaben erweitert die bereits bestehende CO₂-freie Energiezentrale von Takeda in Wien und wurde 2023 mit dem Net Zero Industries Award ausgezeichnet. Internationale Aufmerksamkeit erhielt das Projekt auch durch seine Präsentation bei der UN-Klimakonferenz COP28.

Die baulichen Vorbereitungen für AHEAD begannen im Mai 2024, die Bauphase startete im Sommer desselben Jahres. Bereits im Sommer 2025 wurde die Hochtemperatur-Wärmepumpe erfolgreich in den Probebetrieb genommen. Am 22. September 2025 erfolgte schließlich die offizielle Inbetriebnahme.
Monitoring und Technologie-Optimierung
Begleitend zum Betrieb der Wärmepumpe erfolgt ein umfassendes wissenschaftliches Monitoring durch das AIT mit einer Laufzeit von 4.000 Stunden. Ziel ist es, Leistung, Effizienz und Übertragbarkeit der Technologie zu analysieren und Optimierungspotenziale zu identifizieren. Hierfür wurde ein neuartiger methodischer Ansatz entwickelt, der verschiedene Faktoren wie Prozessanforderungen, erwartete Veränderungen, Erfahrungswerte aus dem Betrieb und statistische Daten kombiniert. Damit kann die Betriebsstrategie der Anlage kontinuierlich angepasst werden.

Wärmepumpen werden ein zentrales Element der künftigen Energieinfrastruktur sein – auch in der Industrie. Mit AHEAD setzen wir mit der Entwicklung einer dampferzeugenden Wärmepumpe, die bei 11 bar und 184 °C ausschließlich mit natürlichen Kältemitteln arbeitet, einen wichtigen Meilenstein. Industrielle Hochtemperatur-Wärmepumpen haben enormes Potenzial, da 39 Prozent des Prozesswärmebedarfs der europäischen Industrie unter 200 °C liegen. Dank des Innovationsnetzwerks NEFI können wir als Forschungspartner Schlüsseltechnologien wie diese in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen erproben und so das technische wie wirtschaftliche Risiko auf dem Weg zu energieeffizienten Industrieprozessen senken. Die erfolgreiche Umsetzung von Projekten wie AHEAD zeigt, wie entscheidend die Verbindung von Industrie und Forschung sowie der Einsatz digitaler Methoden für eine wettbewerbsfähige und nachhaltige Produktion der Zukunft ist.
Andreas Kugi, Scientific Director AIT
AHEAD als Schlüsselprojekt für klimafreundliche Prozesswärme bei Takeda
Der Wiener Standort ist einer der größten Produktionsstandorte von Takeda weltweit. Über 2.500 Mitarbeiterinnen produzieren hier mehr als 20 Arzneimittel für Patientinnen in über 100 Ländern. AHEAD stärkt nicht nur die ökologische Bilanz des Unternehmens, sondern ist auch ein wichtiger Schritt zur Erreichung der globalen Klimaziele von Takeda: Netto-Null-Treibhausgasemissionen in allen eigenen Betrieben bis 2035 und entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis 2040.

Wir sind davon überzeugt, dass die Voraussetzung für ein gesundes Leben ein gesunder Planet ist. Daher haben wir uns ambitionierte Umweltziele für eine nachhaltigere Arzneimittelproduktion gesetzt, die Netto-Null-Treibhausgasemissionen bis 2040 entlang unserer Wertschöpfungskette beinhalten. Für die Erreichung dieser Ziele evaluieren und implementieren wir stetig neue Technologien. Umweltschutz ist eine gemeinsame Aufgabe und AHEAD ist ein hervorragendes Beispiel, wie die Zusammenarbeit von Industrie und Forschungsinstituten zum Erfolg führen und richtungsweisend über die eigene Industrie hinaus sein kann.
Thomas Wozniewski, Global Manufacturing & Supply Officer Takeda
Unterstützung aus Politik und Verwaltung
Die Bedeutung des Projekts wurde auch durch die Teilnahme politischer Vertreter*innen bei der offiziellen Inbetriebnahme hervorgehoben.
Wolfgang Hattmannsdorfer, Bundesminister für Wirtschaft, Energie und Tourismus, erklärte: „Österreich braucht einen Wirtschaftsaufschwung, um Jobs, Wohlstand und unseren Sozialstaat abzusichern. Diesen Aufschwung schaffen wir nur, wenn wir uns auf unsere Stärken besinnen: den Fleiß, den Erfindergeist und der Internationalität. AHEAD zeigt, wie aus diesen Stärken Innovation entsteht, die Wertschöpfung schafft und unseren Standort international sichtbar stärkt. Meine Gratulation gilt allen, die zu diesem Vorzeigeprojekt beigetragen haben.“
Volker Schaffler, Leiter der Abteilung Energie- und Umwelttechnologien im Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, ergänzte: „Mit dem aus nationalen Mitteln des Klima- und Energiefonds geförderten Forschungsprojekt AHEAD wird ein wichtiger Meilenstein für die Energiewende in der industriellen Wärmeversorgung in Österreich gesetzt. Dieses Konzept kann CO₂-Emissionen um bis zu 80 Prozent reduzieren und so einen bedeutenden Beitrag leisten, fossile Energieträger wie Erdgas in industriellen Prozessen zu ersetzen. Das eröffnet neue Perspektiven für Schlüsselbranchen wie Papier, Chemie, Petrochemie und Lebensmittel. AHEAD steht exemplarisch für den Innovationsgeist und die technologische Kompetenz österreichischer Produktionsunternehmen in Kooperation mit der heimischen Forschungslandschaft.“
Barbara Novak, Wirtschaftsstadträtin der Stadt Wien, unterstrich die Rolle der Hauptstadt: „Wien ist stolz darauf, dass ein so zukunftsweisendes Projekt wie AHEAD verwirklicht wurde. Es trägt maßgeblich dazu bei, die Klimaziele auf industrieller Ebene ambitioniert umzusetzen und stärkt den Wirtschaftsstandort Wien als Hotspot für nachhaltige Hightech-Innovationen. Es unterstreicht Wiens Rolle als internationale Vorreiterin in der Life Science Branche und zeigt, wie wir mit Mut, Innovationskraft und Partnerschaft nachhaltigen Fortschritt gestalten. Mit Projekten wie AHEAD setzen wir ein klares Bekenntnis: Nachhaltigkeit und Wirtschaftskraft sind keine Gegensätze, sondern gehen Hand in Hand. Das ist die Zukunft, für die wir in Wien stehen – innovativ, verantwortungsvoll und global vernetzt.“
Globale Perspektive: AHEAD als Vorbild für Prozesswärme der Zukunft
Die internationale Relevanz von AHEAD wird auch durch seine Rolle auf der Expo 2025 in Osaka, Japan, unterstrichen. Dort wird das Projekt im Österreich-Pavillon als Beispiel für nachhaltige Spitzentechnologie präsentiert. Die im Monitoring gesammelten Daten sollen nicht nur zur Optimierung des Betriebs in Wien genutzt werden, sondern auch auf andere Takeda-Produktionsstandorte übertragen werden – mit dem Ziel, CO₂-freie Prozesswärme weltweit verfügbar zu machen.
Bernd Vogl, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, betont: „Innovative Technologien Made in Austria sind der Schlüssel zur Klimaneutralität. Sie zeigen, dass eine Energieversorgung mit erneuerbaren Energien machbar, wirtschaftlich sinnvoll und ökologisch vorteilhaft ist – und sie stärken zugleich Standort und Arbeitsplätze in Österreich. Takeda hat das mit dem Projekt AHEAD eindrucksvoll bewiesen. Mit unserer FTI-Initiative für die Transformation der Industrie gehen wir nun den nächsten Schritt: Wir suchen Projekte, die klimaneutrale Produktion ermöglichen und Österreich dauerhaft resilient und zukunftssicher machen.“

Über das AIT
Das AIT Austrian Institute of Technology ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungs- und Technologieorganisation. Mit mehr als 1.500 Mitarbeiter*innen arbeitet das AIT an zentralen Infrastrukturthemen der Zukunft und entwickelt anwendungsnahe Lösungen für Energie, Mobilität, Gesundheit und digitale Sicherheit. Die Forschungsschwerpunkte liegen auf nachhaltigen und resilienten Infrastrukturen sowie der digitalen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. In enger Zusammenarbeit mit Industrie und öffentlichen Auftraggebern trägt das AIT maßgeblich zur Stärkung des Innovations- und Wirtschaftsstandorts Österreich bei.
Über NEFI – New Energy for Industry
NEFI – New Energy for Industry ist ein Innovationsnetzwerk zur Dekarbonisierung industrieller Energiesysteme mit Fokus auf Schlüsseltechnologien „made in Austria“. Als Teil der Vorzeigeregion Energie verfolgt NEFI das Ziel, industrielle Prozesse durch Forschung, Entwicklung und praktische Anwendungen nachhaltiger zu gestalten. Getragen wird das Netzwerk von einem Konsortium aus dem AIT Austrian Institute of Technology, der Montanuniversität Leoben, dem OÖ Energiesparverband und der Standortagentur Business Upper Austria. NEFI verbindet Forschungsexzellenz mit industrieller Umsetzungskompetenz und stärkt so die Innovationskraft österreichischer Schlüsselbranchen.
Über Takeda
Takeda ist ein weltweit führendes, forschungsorientiertes biopharmazeutisches Unternehmen mit Hauptsitz in Japan und starker Präsenz in Österreich. Das Unternehmen entwickelt und produziert innovative Arzneimittel für seltene und komplexe Erkrankungen und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz entlang der gesamten Wertschöpfungskette. In Österreich arbeiten rund 4.500 Mitarbeiter*innen an mehreren Standorten – von Forschung über Entwicklung bis hin zur Produktion. Takeda liefert Arzneimittel aus Österreich in über 100 Länder und ist Vorreiter in den Bereichen nachhaltige Produktion, Inklusion und Mitarbeiterentwicklung. Als mehrfach ausgezeichneter Top Employer setzt Takeda Maßstäbe für verantwortungsvolle Unternehmensführung in der Pharmaindustrie.